Margarethe Raster and Hermann Raster to Anna Oppenheim, July 3, 1871, p. 4 - image of
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So eben bin ich aufgestanden und will Dir
nur in Eile einige Grüße senden, da Raster
den Brief gleich mit in die Stadt nimmt.
Seine Steueroffice ist in der Post, deshalb die
Briefbeförderung für uns sehr bequem, die
sonst höchst umständlich wäre und immer
einen Weg von 2 englsch. Meilen erforderte,
den wir freilich zur Hälfte im [roman:] car [/roman] zurück-
legen. - Mit den Vorbereitungen für Mathil=
dens Reise, haben wir jetzt mancherlei zu
thun, doch nur die nothwendigsten Sachen wer=
den hier angefertigt, da die Preise wirklich
entsetzlich hoch sind und sie in Dessau die Kleider
viel moderner bekommt, wo Du, mein Muttchen,
wohl alles Fehlende alsdann besorgst? - Erst
einen Brief habe ich von Dir, mein Liebes, doch,
da ich mir fest vorgenommen mich nicht zu
ängstigen und übrigens denke, daß Du erst die
Anzeige von meiner Ankunft in Chicago abwar=
ten willst, bin ich ganz ruhig und hoffe in
den nächsten Tagen recht gute [insertion] und ausführliche [/insertion] Nachrichten von Dir,
von Euch Allen, zu erhalten. - Wir haben hier
das herrlichste, warme Wetter; bis spät abends sitzen
wir beim schönsten Mondschein auf dem Balcon, -
trotzdem habe ich die wollene Jacke noch nicht abgelegt, -
dies möge Dir zur Beruhigung dienen. Tausend Grüße
Gertrud.
