Margarethe Raster and Hermann Raster to Anna Oppenheim, May 13, 1870, p. 1 - image of
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[underlined] Chicago [/underlined] d. 13ten Mai 1870
Es dünkt mich eine Ewigkeit, meine Geliebten, seitdem ich nicht an Euch geschrieben und doch sind kaum 14 Tage vergangen, daß ich ausführlichen Bericht über mein und allseitiges Wohlergehen nach Hause gesendet. Hoffentlich habt Ihr in diesen Tagen den [roman:] candy [/roman] erhalten und bin ich begierig, ob derselbe einigermaßen kennt= lich und genießbar nach Dessau gelangt ist. Der Über= bringer ist mir zwar selbst unbekannt, doch hoffe ich er wird den übernommenen Auftrag richtig aus= führen. Was mich speziell betrifft, mein liebes Muttchen, so brauchst Du dich durchaus nicht zu ängsti= gen. Ich wünschte es ginge Euch so wohl und Ihr, meine Geliebten, könntet das Glück theilen, das mir beschieden. Platz haben wir ja in Hülle und Fülle und welch ein schönes Schlafstubenset würden wir für solch lieben, lieben Besuch kaufen. Doch für's Erste habe ich jetzt nur immer zurückzuhalten damit nicht zu viel auf ein Mal angeschafft wird, denn wenn es auch nicht über unsere Mittel ginge so ist es doch hübscher nach und nach anzuschaffen, als Alles auf ein Mal. Doch nun zur Beschreibung unseres Hauses, wo ich, wie mein Mann sagt, als Bienenkönigin residire und wirklich so verhätschelt werde, wie eine solche
