Margarethe Raster and Hermann Raster to Anna Oppenheim, March 16, 1870, p. 1 - image of
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[roman:] Chicago d. 16 März [/roman] 1870
Wieder 4 Wochen vorüber und keine Nachrichten von Euch! Ich schäme mich fast, wenn ich sehe wie regel- mäßig und fleißig Sophie von ihrer Nichte aus Zerbst Nachrichten bekommt und wie selten ich, die doch so viele liebe Personen in Dessau hat, die mir hin und wieder einmal ein paar Zeilen zusenden könnten. Nun, wenn ich nur weiß, daß Alles gesund ist so beruhige ich mich gerne und lasse meiner Phantasie völlige Freiheit mir Alles so günstig, wie möglich daheim auszu- malen. Was mich betrifft so lebe ich ruhig meinen Schlendrian hier, mache mir manches Plaisir und bin am liebsten immer zu Hause. Aber dem Vergnü- gen einen Maskenball zu besuchen habe ich doch nicht wiederstehen können! Derselbe war von Germania Gesangverein veranstaltet und recht besucht und unterhaltend. Wir fuhren um 9 Uhr hin. Ich in meinem gelben Kleide von meinem schwarzen [Kantentuch?] und - [?] ein Überwurf arrangirt mit weißen Blumen aufgenommen, meinen weißen Kranz im Haare. Getanzt habe ich natürlich keinen Schritt, mich jedoch
