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Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Hansen Taylor, April 20, 1864

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[page 1, right-hand side of sheet 1]

Gotha, den 20ten April 1864.

Meine liebe Maria!

Vorige Woche haben wir die Kiste mit ihren [sic] reichen u. vielfältigen Inhalt empfangen u. danken Euch nochmals auf das allerherzlichste da= für. Ich wünschte Du hättest die Freude gesehen, mit der wir auspackten, Ida u. der liebe Vater hatten schon auf dem Zollamt alles herausnehmen müssen u. brach= ten viele von den kleineren Sachen selbst mit nach Hause, letzterer vor allen Dingen sein Puzzle, das dort auseinander gefallen war u. nun sogleich wieder zusammengesetzt werden musste, was ihm denn auch nach einiger Zeit durch vieles propiren gelang. Mich hast Du nun auch recht reichlich bedacht liebe Maria, über den Wäscheringer u. Kaffee= mühle bin ich sehr glücklich, letztere ist die erste neue Kaffeemühle, die ich in meine Wirthschaft bekomme u. sie macht den Kaffee sehr fein u. geht viel leichter wie meine alte, das Stellen habe ich auch gleich selbst verstanden. Der Ringer ist diese Woche an Ida's neuer Wäsche gebraucht worden, den ersten Tag wollten die Mädchen nicht recht daran, den andern Tag aber lernten sie ihn mit Vor= theil gebrauchen u. waren ganz glücklich da= rüber, die Wäsche ist so rein ausgerungen, wie

[page 4, left-hand side of sheet 1]

die Messer dazu kaufen soll, es wird dieß ein Anden= ken an Hauchen sein, was sie für ihr ganzes Leben hat u. da freut sie sich dann nun sehr von Dir 12 Dessertgabeln dazu zu bekommen u. Emma wird ihr 6 zur Hochzeit schenken, so hat sie eine sehr schöne Silberausstattung. Von Dr. Madlung hat sie 6 silberne Eßlöffel bekommen, von Geheimrath Brauns bekommt sie auch 6 Eßlöffel, u. Fischschaufel u. von Tante Natalie einen [Palage?]löffel, 6 Eßlöffel wird sie sich dann auch noch von Hauchens Nach= laß kaufen. Sie ist unbeschreiblich glücklich über die schönen Geschenke u. überhaupt über ihre Ausstattung. Ueber ihre Gesund= heit bin ich oft in Sorge, ihr vieles Unwohlsein hatte sich zuletzt zu Bleichsucht gestaltet u. da sie die Geduld zu den homöopathi= schen Mitteln verlor, so hat sie sich von Madlung Eisenbillen geben lassen, die sie seit 8 Tagen nimmt u. auf die auch ihr Kopfweh sich gebessert u. etwas auch ihr bleiches Aus= sehen, aber bei der ihr alter Husten, den sie in der langen Zeit, wo sie sich so unwohl fühlte, nicht gehabt, wieder eingestellt hat. Dieser Husten ängstet mich sehr, er sitzt so tief in der Brust u. macht ihr Schmerzen in derselben. Ich habe nur mit den [sic] größten Widerstre= ben meine Zustimmung zu der allopathischen Arznei gegeben u. meine auch jetzt noch, daß es besser gewesen sie wäre nicht von Wislicenus abgegangen, er hätte sie gewiß gründlich geheilt, wenn es auch langsam ging. Lina liegt schon den dritten Tag zu Bette u. hat die Schaf= plattern, was zwar eine leichte Kinderkrankheit ist, aber bei Lina sich doch mit starken [sic] Fieber einstellte, sicher bekommen sie Peter u. Maria auch noch, wie ungelegen das jetzt ist, wirst Du Dir wohl denken können. Sontag habe habe ich das Buch der Herzogin selbst gebracht, ich war vorher bei Fr. v. Wangenheim u. fragte sie


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