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Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Hansen Taylor, February 16, 1864

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[page 1, right-hand side of sheet 1]

Gotha, den 16ten Febr. 1864

Meine liebe Maria!

Es kommt mir vor wie eine Ewigkeit, seit ich keinen Brief von Dir habe, der letzte war noch im alten Jahre geschrieben, in den [sic] lang= samen Gang des Briefwechsels kann ich mich noch gar nicht wieder finden. Du wirst viel= leicht ebenso auf einen Brief von mir hoffen, wie ich jetzt auf einen von Dir, ich habe die letzte Zeit recht viel an Kopfweh zu leiden gehabt u. das ist der Grund, warum ich nicht früher schon geschrieben, durch Emma wirst Du aber von uns gehört haben. Wir haben einen ungewöhnlich kalten Winter gehabt, in der vergangenen Woche war wieder höher Schnee gefallen u. einige sehr kalte Tage, seit vorgestern aber hat es scharf gethaut u. die Luft ist warm u. scheint den Frühling zu ver= künden. Wenn dieser mir nur auch neue Kräf= te zuführen könnte, ich muß meine ganze Geisteskraft zusammennehmen um den Muth nicht sinken zu lassen, je näher Ida's Hochzeit rückt, je schwerer wird mir das Herz u. die

[page 4, left-hand side of sheet 1]

Herbst verabschiedet. Wir leben seit den letzten Wo= chen in vieler Aufregung über den Schleswiger Krieg, wie unzählige Familien sie in dieser kurzen Zeit in die tief= ste Trauer versetzt u. wie sehr müssen die Truppen bei der heftigen Kälte erst u. bei dem nassen stürmischen Wet= ter jetzt leiden! u. noch weiß Niemand zu welchen [sic] Ende dieser Krieg führen wird, es ist jetzt fast ohne Zweifel, daß Preußen u. Oestreich nicht zu Gunsten des Augustenburger handeln, er mag wohl jetzt mit sei= nen Ministern in einer sehr peinlichen Lage sein. Von hier ist eine große Sendung Leinenzeug u. Char= gie, die sehr gemangelt hat u. auch viele warme Klei= der nach Schleswig geschickt worden um die Noth zu lindern. Alle Kinder zupfen mit Chargie, auch Lina u. Peter. Gleich bei dem Beginn des Krieges wurde Tem= peltei, der vom Herzog als Berichterstatter hingeschickt war, in Rendsburg als Spion verhaftet u. musste 3 Tage sitzen bis er frei kam, was hier viel Heiterkeit erzeug= te u. heute las ich in der Volkszeitung, daß er durch ei= nen preußischen Officier über die Grenze geleitet wor= den ist u. auf der Rückreise Berlin passirt hat, eben= so ist es den Badnischen u. Weimarischen Berichterstattern ergangen. Daß August jetzt bei dieser schlimmen Zeit in Amerika ist, ist allerdings eine Beruhigung für uns, man weiß ja nicht, was wir noch erleben werden, viele sagen, wenn die Großmächte Schleswig u. Holstein wieder an Dänemark abgeben, so gäbe es Revolution in Deutschland. Es giebt indeß doch auch eine Parthei, die vernünftiger über diese Frage denkt u. ich hoffe noch, daß sie die Oberhand behält. - Ich war sehr glücklich endlich von August einen Brief zu erhalten, auch freute es uns sehr, daß er an Ida's Geburtstag gedacht hatte, Wilhelm ist sehr dafür, daß er diese Fabrik nicht so bald verlassen soll, er könnte doch wirklich darin zu einer besseren Stelle gelangen,

[text on top of page 1, written upside down:] ich weiß nicht ob er recht hat. Onkel Leopold läßt Euch melden, daß am 12ten Febr. eine kleine Tochter bei ihm angekommen ist, es geht Agnes gut u. das Kind soll kräftig u. hübsch sein, es ist große Freude darüber. Die Tante Emilie ist sehr elend gewesen, wir waren recht besorgt um sie, es geht aber besser. Ich habe unbeschreiblichen Verdruß mit meinen Leuten gehabt, Ostern geht Minna nun auch fort, sie hat sich schreck= lich betragen, daß Ernestine fort ist, hat Dir wohl Emma geschrieben, seitdem ist aber doch etwas mehr Ruhe geworden. Der liebe Vater u. die Geschwister grüßen herzlich, Deinen [sic] lieben Mann sende ich die freundlichsten Grüße u. Lilian viele Küsse. So leb denn wohl liebe Maria, Gott möge Euch behüten! Mit der herzlichsten Liebe Deine Mutter [/text on top of page 1, written upside down]


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