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Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Hansen Taylor, April 16, 1862

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[page 2, left-hand side of sheet 2]

Zeit, mit der größten Spannung ver= folgt man die Wahlangelegenheiten die sich entschieden zum Vortheil der Fortschritts= parthei gestalten. Ach sagt man daß dem König theils von nahen Verwandten, theils von einen [sic] be= freundeten Fürsten eine genaue Darlegung der Stimmung u. Sachlage in Preußen zugegan= gen sei, die einen sehr ernsten Eindruck auf ihn gemacht habe. Man glaubt, daß dadurch wie= der ein Umschwung in den höheren Kreisen eintreten wird, nicht zu Gunsten der Kreuzzei= tungsparthei. Ich werde Dir wieder einige Volks= zeitungen schicken, in denen Du manches Interes= sante finden wirst. Von Emma habe ich gute Nach= richten, sie scheint merkwürdig kräftig zu sein, u. die kleine Maria ein sehr frommes Kind, sie nährt sie u. hat nicht nöthig ihr dabei noch andere Milch zu geben. An der Taufe sind sie sehr vergnügt gewesen, obgleich aus der Stadt nur 3 Personen gekommen waren, hatten sie doch eine Gesellschaft von 29 Personen, ohne die Kin= der gehabt u. diese war bis nach 2 Uhr zusammen geblieben. Ich bin damit nicht einverstanden, da Emma noch Wöchnerin war u. das Kind erst 4 Wochen alt, hätte sie eine so große Unruhe nicht haben sollen. Abends 8 Uhr ist das Kind erst getauft worden. Der kleine Peter soll ein so kräftiger u. guter Junge geworden sein, sich beständig selbst beschäftigen, aber dennoch beständiger Auf= sicht bedürfen. Leider ist der Winter dort noch immer nicht vorüber, Emma schreibt, daß sich Nie= mand dort eines so strengen u. hartneckigen

[page 3, right-hand side of sheet 2]

Winters erinnern könnte. Schon war der Schnee ziemlich geschmolzen u. von den Dächern ganz weg, da hat es vorige Woche wieder von neuem einen ziemlichen Schnee gelegt. Ich habe die ganze Zeit über bedau= ert, daß Emma u. die Kinder nicht das herrliche Wetter, das wir hatten, genießen konnten. Vorigen Freitag hatten wir einen sehr heißen Tag, auf dem [sic] Gewitter folgte u. so kalt wur= de, daß es in der Nacht vom Sonabend zum Son= tag 6° Kälte wurde. Es war ein Jammer am Morgen die erfrornen Kirschblüthen zu sehen, sie hingen den Kopf u. waren braun gewor= den, ebenso viele andere Gewächse die bei dem warmen Wetter mit vollster Kraft getrieben hatten. Man sagt, daß die Blüthen nicht untrag= bar durch diesen Frost geworden wären, weil er trocken, ohne alle Nässe, gewesen wäre, wir wer= den sehen ob es wahr ist. Wenn dieser Frost sich auch bis zum Rhein erstreckt hätte, so würde der Schaden dort sehr groß sein, denn die Wein= stöcke sollen schon so weit getrieben u. Aussicht auf eine außerordentliche Erndte gegeben haben. In den Zeitungen hat man noch nichts darü= ber gelesen. Die Weinbauern haben allgemein ein Weinjahr, wie das von 1811 prophezeiht. Ich kann mir auch nie ein so zeitiges Frühjahr er= innern. Noch ist die Luft kalt, aber wir haben doch wieder beständig schönes Wetter. Ich denke oft an Lilian, wie sie jetzt wieder im Freien unher= laufen u. Blumen pflücken wird u. Euch bei der Bearbeitung des Gartens helfen wird. Wie oft


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