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noch dadurch vergrößert worden, daß während der Ueberschwemmungen harter Frost eintrat. Die furcht= baren Regengüsse sind durch ganz Deutschland gegan= gen. Wir lesen jetzt Deine Uebersetzung der griechi= schen Reise mit sehr vielem Vergnügen u. Interesse u. bewundern dabei den schönen fließenden Stil in dem Du sie geschrieben. Die Ausdauer u. Kaltblü= tigkeit mit der Dein guter Mann die Unannehmlich= keiten der Reise auf Creta ertragen hat, bewun= dere ich nicht weniger. Betty hat ein Kapitel ihrer Uebersetzung nach Leipzig geschickt u. hofft auf Antwort. Ich fürchte, daß Ihr Stil gegen den Deini= gen doch sehr abstechen wird, in ihren Briefen habe ich immer einen Mangel an fließender Rede gefunden, sie haben etwas kurzes u. har= tes. Ich wünsche sehr für sie, daß die Uebersetzung vom Buchhändler angenommen wird, sie hat gro= ßen Fleiß darauf verwendet u. hofft sehr sich etwas damit zu verdienen. August Hensel geht in den ersten Tagen des April von hier weg, daß er zu Repsold kommt, habe ich Dir wohl schon geschrieben. Seine Eltern wollten gerne Jo= hannes auf seine Stelle hier her haben, aber ich ha= be es abgelehnt u. ganz offen gesagt, daß ich wegen meiner Kränklichkeit nicht mehr dazu tauge, junge Leute, die doch immer noch der Erziehung bedürfen zu uns zu nehmen. Repsold hatte nun eine Stelle bei einen [sic] Mechaniker in Hamburg für ihn ausge= macht, da er aber bei dieser kein Logis u. Kost haben konnte, so kam es ihnen zu theuer u. ich weiß nun noch nicht, was sie darüber beschlossen haben. Hen= riette kommt im Sommer zu Frl. Alix, die sie unentgeldlich in die Pension aufnehmen will, vermuthlich will sie Betty damit fest halten.
