• Contributor Login
  • Transcriber Login
  • Register as a Contributor
Menu
  • german heritage in letters logo
  • News
  • Share Your Letters
  • Help Transcribe
  • Explore Collections
  • Browse Letters
  • Search

Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Hansen Taylor, January 2, 1862

Log in to Scripto | View item

http://germanletters.org/plugins/Dropbox/files/Taylor_0223_0002.jpg - image of

« previous page | next page » |

To rotate image, first hold down Alt and Shift keys, then drag with mouse or trackpad (Safari, Chrome & Edge only).

This item is editable!

Current Page Transcription

[page 2, left-hand side of sheet 2]

ten Summe hierher geschrieben u. sie zu erhalten hofftest. Der Brief hat die Sorge u. Wehmuth um ihn bei den Tan= ten noch vergrößert, er hat seit Bufleb ihn besuchte viel schwerer Tage zu überstehen gehabt u. sieht mit gro= ßer Sorge in die Zukunft, nicht allein um seiner eig= nen Familie, sondern auch der politischen Verhältnis= se wegen, die er mit den traurigsten Farben schildert u. keine Hoffnung für eine glückliche Beendigung des Krieges hat. Tante Natalie erzählte es mir u. sagte da= bei, daß sie nie in ihren Leben wieder froh hätten werden können, wenn sie Eduard jetzt nicht geholfen hät= ten, ich glaube daß sie es von ihren [sic] kleinen Vermögen genommen hat. Tante Emilie u. den Onkel habe ich seit den [sic] 5ten December, wo ich dieser Angelegenheit wegen hin= ging, nicht wieder gesehen, in diesen Tagen aber will ich zu ihnen gehen, ich war oft unwohl u. scheute deßhalb den wei= ten Weg. Ueber all die guten Nachrichten, die Du mir über Lilian's Entwickelung u. ihr liebliches Wesen giebst, habe ich mich unendlich gefreut, sie wird Dir das stille, ein= förmige Landleben erleichtern u. es Dir an Aufheite= rung nicht fehlen lassen. Am Weihnachtsfest habe ich un= endlich viel an Euch gedacht u. gewünscht, daß Ihr ein fro= hes Fest haben möchtet. Lilian's Freude hätte ich gar zu ger= ne gesehen, es wollte dießmal gar keine Weihnachtsfreude in mein Herz kommen, ich sehnte mich so sehr nach den Kindern, die so recht eigentlich zu diesem Feste gehören, u. da= zu kam mehr, daß ich August 3 Tage vergeblich erwartete, erst am Nachmittag des Heiligenabend's kam er, weil er durch Erkältung am Reisen verhindert wurde. Du kannst Dir wohl denken wie ich mich darum gesorgt habe, Ida u. ich waren beide immer stiller geworden, als er aber noch auf den letzten Termin kam, wurden wir sehr froh u. Ida erlangte gleich wieder ihre unvergleichliche Heiterkeit. Wir haben den Abend dann recht froh mit Buflebs ver= lebt, der Onkel war ungewöhnlich heiter, auch der gute Vater war sehr vergnügt, ich schenkte ihm einen sehr zier=

[page 3, right-hand side of sheet 2]

lichen Drahtstuhl, zu seinem Harmonium über den er sich unbeschreiblich freuete, u. da es so schwer ist für ihn etwas zu finden, worüber er sich wirklich freut, so war ich sehr glücklich die rechte Wahl getroffen zu haben. Wie vielmal habe ich Euch den Abend zu uns gewünscht u. eben= so Wagners! Von Emma bekam ich einen Brief, der mich, da sie heiter schrieb u. mir die besten Nachrichten über die Kinder gab, sehr erfreuete. Sie scheint jetzt viel zufriedener zu sein, obgleich daß Leben noch ebenso still in Pulkowa ist, aber sie ist glücklich in ihrer ei= genen Familie, woraus ich schließe, daß Wagner sich in seiner Streitsucht gebessert. Ich hatte es Emma vor unserer Trennung noch dringend an's Herz gelegt alles aufzulisten u. alle ihre Klugheit zu Hülfe zu nehmen um ihn [sic] diesen Fehler abzugewöhnen, der wie ich längst herausgefühlt hatte, oft störend zwischen beide trat, u. ich glaube jetzt annehmen zu dürfen, daß es ihr gelungen ist ihn zu bessern. Der kleine Peter läuft jetzt ganz flink u. Emma kann seine Lebendigkeit nicht ganz zähmen. Lina näht sehr fleißig u. so akurat, daß man darüber staunt, mir hat sie zu Weihnachten eine Stickerei zu einen [sic] kleinen Nadelkissen, beide Seiten genäht, geschickt, daß sehr hübsch ist u. Emma sagt, daß sie es ganz allein, das Muster selbst versetzt hat u. sie ihr immer nur den Faden angefangen hat. Sie spricht fortwährend von Lili. Wilhelm ist 14 Tage in Wien gewesen, die Reise mitbe= griffen, wo seine Verlobung nun endlich declarirt worden ist. Ida Horn= bostel war glückselig über sein Kommen, daß er ihr erst den Tag vor sei= ner Abreise geschrieben hat. Ueber das Album mit unsern Bildern hat sie sich unbeschreiblich gefreut. Um die Fabrik hat es aber während Wilhelms Abwesenheit sehr schlecht gestanden, die kalorische Maschine ist zweimal schadhaft geworden u. das Ganze dadurch ins Stocken ge= kommen u. die Arbeiter haben sich untereinander nicht vertragen, so daß Wilhelm wohl keinen kleinen Schaden durch seine Abwesenheit haben wird. Er versteht ganz vortrefflich mit den Leuten umzu= gehen, u. in großer Liebe u. Achtung bei ihnen, Bonsack dagegen


Comments on This Page

[edit] [history]

Transcribe What You See: As much as possible, transcribe the text as it appears on the page, including original spellings (even if they are incorrect/non-traditional) and keeping abbreviations as written. Insert a return at the end of each line as it appears on the page, and two returns for paragraphs. Transcribe the page in the order in which it was meant to be read: for example, marginal post scripts should be placed at the end of your transcription.

For more guidance, please visit our Scripto tips page.

Wunderbar Together logo
German Historical Institute logo

  • ©2021 German Historical Institute Washington DC. All rights reserved.
  • Privacy Policy
  • Impressum
  • Site by Artefacto