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Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Hansen Taylor, January 2, 1862

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[page 1, right-hand side of sheet 1]

Gotha, den 2ten Januar 1862

Meine liebe Maria!

Deinen lieben Brief vom 1ten December erhielt ich, als der meinige eben zur Post geschickt werden muss= te, auch war er schon so schwer, daß ich keine Blättchen mehr hineinlegen konnte um Dir zu danken u. Dir zu sagen, wie froh ich war, Nachricht von Euch zu haben. Der Inhalt Deines Briefes beruhigte mich für den Augenblick sehr, da immer noch gute Hoffnung für die Sache des Nordens aussprachst, die Zeitungsnachrichten fingen aber bald wieder an meine Sorge zu erneuern u. ließen mich glauben, daß Ihr Euch doch vielleicht in Eueren Erwartungen täuschen könntet. Von dem Zusammenstoß mit England musstet Ihr, da Du nichts davon erwähnst, noch keine Nachricht haben, noch zwei= felt man hier daran, daß es zu einen [sic] Krieg zwischen diesen beiden Ländern kommt, nach den letzten Nachrich= ten die jetzt aus Neu-York gekommen sind, weiß man freilich wieder nicht, was man glauben soll. Allge= mein ist man aber jetzt der Meinung, daß eine Ver= einigung des Nordens mit dem Süden von Amerika nicht mehr herzustellen sei. Ich habe viele Sorge um Euch, liebe Maria mit in das neue Jahr herüber genom= men, möchte Gott geben, daß sich alles besser gestaltet, als wir denken u. fürchten. Vorige Woche haben Brauns einen Brief von Eduard Manso erhalten, in welchen [sic] er schreibt, daß er einen Brief von Dir erhalten, in welchem Du ihm sagst, daß Du zur Erlangung, der von ihm geforder=

[page 4, left-hand side of sheet 1]

kann nicht mit ihnen fertig werden. Ich hatte Wilhelm sehr abgerathen jetzt die Reise zu machen, da ich fand, daß die Auf= gabe in einem Jahre zweimal zu groß für seine Verhältnisse war u. nebenbei auch Nachtheil für die Fabrik fürchtete, er hätte vielleicht besser gethan auf meinen Rath zu hören. Unser Herzog soll tief gebeugt sein durch den Tod seines Bruders, vorgestern kam er von England zurück, ist aber auch schon wieder abgereist. Die Bollmannsche Schrift gegen ihn, die jetzt hier zirkulirt, ist ganz abscheulich, in allen Zeitungen wird darüber geschrieben u. man kann kaum begreifen wie der Herzog sich verleiten ließ mit einen [sic] so schlechten Menschen in nähere Verbindung zu treten. Hier schadet sie den [sic] Herzog nicht, nur seine geringe Menschen= kenntniß macht man ihn [sic] dabei zum Vorwurf, aber in andern Ländern in denen die Persönlichkeit des Herzogs nicht bekannt ist, kann sie wohl geeignet sein ein sehr übles Licht auf ihn zu werfen. In Preußen sieht es sehr übel aus, manche befürch= ten eine Revolution, Thatsache ist es, daß der König bei dem größten Theil der Bevölkerung sich unbeliebt gemacht hat, durch die Aeußerungen die er über die Wahlen, die sämmtlich auf Li= berale gefallen sind gethaen hat. Er lässt sich gänzlich von seinen ihn umgebenden Generalen, die nicht zu den Kreuz = rittern gehören leiten. Auch von dem Kronprinzen hegt man keine besonderen Erwartungen, er soll in dem Kreise in dem er sich bewegt zu keiner energischen Ausbildung seines Geistes gelangen können. Man ist allgemein gespannt auf die am 14. d. M. zusammentretenden Kammern von denen man fürchtet, daß sie [strikethrough:] sich [/strikethrough] bald wieder aufgelöst werden. So viel scheint gewiß, daß der König nicht Geist genug hat um die jetzigen Zeitverhält= nisse richtig zu verstehen. Er hat kürzlich wieder in einer Stadt in welcher die Wahlen alle auf Fortschrittsmänner, die er Demokraten nennt, gefallen waren, sich höchst mißbilligend öffentlich darüber ausgesprochen u. dabei wieder seiner Krone die er von Gottes Gnaden erhalten, erwähnt, in einer Art, die mehr wie lächerlich ist. Von der Tante Anna habe ich durch Frl Müller Nachricht erhalten, sie scheint leider wieder leidender zu sein, [?] mir scheint auch in etwas bedrängten Verhältnissen, seit sie von Rom weg ist, hat sie keinen Heller von Fumaroli erhalten. Sie wohnt jetzt in Lausanne u. F. M. sagt, daß

[text on top of page 1, written upside down:] sie, obgleich die Gegend schön sei, doch Rom nicht vergessen könne. Sie hat sich sehr über mein u. Ida's Brief gefreut u. hat mir selbst gerne antwor= ten wollen, aber ihr Arm erlaubt es ihr nicht. Die Briefe, an welchen den [sic] Onkel Geheimrath viel lag, hat Fumaroli heraus gegeben, er hält also doch Corespondenzen u. Papiere noch zurück, auf die er keinen Anspruch hat. Soeben ist ein Brief von Dir an Ida gekommen, er enthält noch keine Nachricht über die englischen Zerwürfnisse, ich hoffte so sehr von Euch Nachricht darüber zu erhalten. Mache dir keine Ausgabe wegen der Bilder, sie sind später auch noch willkommen. Wäre es nicht besser wenn Deine Augusta einige Zeilen an ihren Vater wegen meiner Sendung schrieb, Du kannst mir den Brief schicken ich will ihn besorgen, es wäre gut, wenn Du dünneres Briefpa= pier hättest. Herzliche Grüße von dem lieben Vater u. Geschwistern an Euch alle u. von mir an Deinen l. Mann u. Schwiegereltern. Gott behüte Euch! Mit der herzlichsten Liebe Deine Mutter. [/text on top of page 1, written upside down]

[text on top of page 4, written upside down:] Ich bin recht froh, daß Du mit Deinen Leuten zufrieden bist. [/text on top of page 4, written upside down]

[text at bottom of page 1:] Die Hammonia geht den 22ten Februar von Hamburg ab. [/text at bottom of page 1]


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