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Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Hansen Taylor, December 18, 1861

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[page 2, left-hand side of sheet 2]

u. Spielzeug, wird Euch vieles ersetzen was Ihr sonst in diesen Tagen genossen habt. Meine Ge= danken werden recht sehnsüchtig am Weihnachts= tage zu Euch hinschweifen, gar zu schmerzlich vermisse ich die lieben Kinder, an denen mein Herz mit so inniger Liebe hängt, schon in dieser ganzen Zeit, wo alle meine Bekannten beschäf= tigt sind, für die Freude der Kinder so sor= gen u. nur ich allein es nicht kann. Meinen letzten Brief musste ich in so großer Eile schrei= ben u. konnte deßhalb gar nichts zum [sic] Weihnachten für Euch einlegen, deßhalb schicke ich nun noch des lieben Vaters, meine u. Augusts Photographie die recht gut gelungen sind u. für Lili lege ich ein paar Papierpuppen bei, die ich selbst für sie aufgeklebt habe, vielleicht amüsirt sie sich damit. Lina lebt in der festen Erwartung, daß Lili zu Weihnachten zu ihr kommt, sie spricht be= ständig davon u. lässt es sich gar nicht ausreden, alle ihre Sachen will sie Lili zu spielen geben u. ihr auch ihr Bett geben, um darin zu schlafen. Emma hat mir gestern ihre Photographie für das Album geschickt, wenn sie treu ist, so ist sie viel ma= gerer geworden u. sieht viel älter aus, wie im vo= rigen Sommer. Sie hat sonst heiter geschrieben u. klagt nicht über ihre Gesundheit. Nächstes Früh= jahr werden die alten Struwes von Pulkowa wegziehen. Der gute Vater lässt Dir u. Deinen [sic] lieben Mann sehr herzlich für Euere Briefe danken, die ihm viel Freude gemacht haben. Wir haben seinen Geburtstag mit Buflebs u. Leopold Brauns gefeiert u. dabei die Gläser recht hell auf Euer Wohl klingen lassen. Wie gerne hätten wir Euch dabei gehabt! Die guten Hoff=

[page 3, right-hand side of sheet 2]

nungen welche Euere Briefe in uns geweckt haben sind seitdem leider wieder sehr herabgestimmt worden, die Zeitungsnachrichten, die so schlecht über die ame= rikanischen Zustände lauten, haben wieder viel Sorge in uns hervor gerufen u. nach ihnen scheint der Krieg zwischen England u. Amerika fast unvermeidlich. Du glaubst nicht liebe Maria, wie schwer die Sorge darum auf meiner Seele liegt, unsere Correspondenz würde durch diesen Krieg wahrscheinlich unterbrochen oder doch sehr verzö= gert werden, u. wie unendlich schwer würde das für uns beide sein! Mit großer Sehnsucht sehe ich wieder einen [sic] Brief von Dir entgegen möchte er mir doch gute Nachrichten u. Beruhi= gung über diesen Punkt bringen können. Wir lesen oft Berichte über die großartigen Mißbräu= che u. die schlechte Verwaltung in der Nordameri= kanischen Armee [strikethrough:] daß [/strikethrough] bei denen die Hoffnung auf ein frühes Ende des Krieges immer mehr in mir schwindet. Wenn ich auch denke, daß diese Schilderungen sehr übertrieben sind, so mögen sie doch schlimm genug sein. Der plötzliche Tod des Prinzen Albert hat unser ganzes Land in tie= fe Trauer versetzt, es spricht sich eine allgemeine Theilnahme darüber aus. Auf unsern Herzog mag in diesen [sic] Augenblick manch bitterer Schmerz einstürmen, der Verlust des einzigen Bruders ist gewiß sehr hart für ihn, dann ist soeben die Broschüre von den [sic] Bohlmann, von dem Ihr hier reden hörtet, erschienen in welcher der Herzog sehr angegriffen wird u. der Röppert'sche Pro= ceß für den der Herzog sich so sehr interessirt kommt eben zur Entscheidung. Alle seine Bemüh= ungen denselben zu unterdrücken sind gescheitert


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