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Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Hansen Taylor, November 13, 1861

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[page 2, left-hand side of sheet 2]

nahenden Weihnachtsfeste werde ich sie schmerzlicher als je vermissen. Es fehlt mir dieses Jahr so alle Luft dafür zu sorgen, Wilhelm wird wahrscheinlich nach Wien gehen u. dadurch wird es noch einsamer bei uns sein. Wenn ich zum Fenster hinaus sehe, so sieht es noch nicht aus als ob Weihnachten schon so nahe sei, es hängt noch sehr vieles Laub an den Bäumen, vie= les hat noch eine frische grüne Farbe u. dadurch ist auch bei uns die Herbstfärbung in diesem Jahre pracht= voll, wenn die Sonne scheint, so ist der Blick aus mei= nem Zimmer nach dem Park hin unvergleichlich schön. Die Nachrichten von Amerika lauten wieder gar nicht gut, es ist doch schlimm, daß wieder eine Schlacht ver= loren ist, meine Sorge, daß der Krieg so bald nicht beendigt sein wird, wächst immer mehr. Die Nach= richt, daß die Rebellen sich für den Winter in Balti= more festsetzen wollten, hat mich erschreckt, wenn sie es zur Ausführung brächten, so kämet Ihr den [sic] Kriegsschau= platz so viel näher. Obgleich ich den Zeitungsnachrichten sehr wenig traue, so erschrecke ich mich doch über jede schlechte Nachricht. Hier in Deutschland hat die Preußische Krönung in der letzten Zeit die Blätter gefüllt u. ist von den [sic] bei weitem größeren Theile des Publikums miß= billigt worden. Für mich ist sie auch ohne alles Verständ= niß geblieben, u. es kommt mir bitter unrecht vor, daß während in einen [sic] großen Theil der Preußischen Monarchie wegen der gänzlichen Mißerndte der Kartoffeln große Theue= gung u. Noth herrscht, solche ungeheuere Summen für eine äußere Ceremonie verschwendet werden. Man sagt, daß die Königin, die Haupttriebfeder dazu gewesen sei, sie soll sich sehr in diesen [sic] Prunk gefallen haben, man hört viele tadelnde Äußerungen über sie. So erzählte auch

[page 3, right-hand side of sheet 2]

neulich Schwarz von ihr, daß sie den Dichter Auerbach, durch ihr außerordentlich gnädiges Wesen u. ihren mehrfach geäußerten Wunsch, er möge in Berlin leben, [strikethrough:] dazu [/strikethrough] bestimmt hat dorthin zu ziehen, seit einen [sic] halben Jahr wohnt er dort u. sie hat ihm [sic] noch nicht ein einziges mal empfangen, hat dagegen ihren Kammerdiener zu ihm geschickt u. ihr großes Bedauern ausdrücken lassen, daß sie noch immer kei= ne Zeit gefunden habe ihn zu sehen. Da Ihr Auerbach kennt wird es Euch wohl interessiren. Ich war eben bei Geheimrath Brauns, wie Schwarz Deine Uebersetzun= gen der Predigten brachte u. so erkundigte ich mich denn bei seiner Frau, da er in des Onkels Zimmer mit ihn [sic] u. den [sic] Vater sich unterhielt, nach seinen [sic] Urtheil darüber, diese sagte mir, daß es eigentlich gar keine Predigten zu nennen wären, sondern nur ein politischer Vor= trag, aus dem man wieder sehen könne, daß die Re= ligion in Amerika gar zu sehr verflacht sei. Ich glaube fast, daß er darin Recht haben mag, herrschte mehr u. tiefere Religiosität dort, so würde das Volk bei weitem glücklicher sein u. weniger Scha= den erregende Thaten vorkommen, wie sie dieser Krieg aufweist. - Der liebe Vater ist vorige Woche in Leip= zig zur feierlichen Eröffnung der Sternwarte ge= wesen, Donnerstag Nachmittag fuhr er hin u. Sonabend Nachmittag zurück, er kam höchst ermüdet zurück, ein solches Heraustreten aus seiner gewöhnlichen Lebens= weise kann er gar nicht mehr vertragen, noch bis heu= te hat er sich nicht ganz davon erholt. Er hatte am Freitag erst der Eröffnung der Sternwarte, bei der Bruhns eine Rede hielt im Hörsaal der Sternwarte dann einen [sic] Diner u. Abend einen [sic] Souper beigewohnt u. das war viel zu viel für ihn. Ich wünsche mehr als


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