• Contributor Login
  • Transcriber Login
  • Register as a Contributor
Menu
  • german heritage in letters logo
  • News
  • Share Your Letters
  • Help Transcribe
  • Explore Collections
  • Browse Letters
  • Search

Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Hansen Taylor, November 13, 1861

Log in to Scripto | View item

http://germanletters.org/plugins/Dropbox/files/Taylor_0220_0001.jpg - image of

« previous page | next page » |

To rotate image, first hold down Alt and Shift keys, then drag with mouse or trackpad (Safari, Chrome & Edge only).

This item is editable!

Current Page Transcription

[page 1, right-hand side of sheet 1]

Gotha, den 13. Nov. 1861

Meine liebe Maria!

Große Freude hat uns Dein lieber Brief, den Ida von Dir erhalten, gemacht, er war zu meiner großen Beruhigung wieder in viel hei= terer Stimmung geschrieben, wie der vorhergehen= de an mich u. brachte mir auch die Nachricht, daß Du endlich eine Köchin gefunden, worüber ich recht froh bin. Wenn ich auch sehr wünsche, daß Du Deinen Haushalt mit aller Aufmerksam= keit u. Gewissenhaftigkeit selbst leitest, so wün= sche ich doch auch sehr, daß Du jemand hast, der Dir das Kochen dabei abnimmt, denn ich weiß aus eigner Erfahrung, daß es beschwerlich ist, u. weiß auch, daß es Dir immer noch schwerer, wie mir zu thuen geworden ist. Wie sehr freue ich mich, daß Ihr ei= ne so reiche Obsterndte gehabt habt, wir, die wir dieses Jahr so großen Mangel daran haben, schätzen deßhalb einen solchen Segen um so höher. Die liebe Lili wird gewiß beim Erndten des schönen Obstes sehr geschäftig gewesen sein u. es sich wohl haben schmecken lassen, sie liebte das Obst so sehr. Ich habe immer meine große Sehnsucht nach den Kin= dern noch nicht überwunden u. bei dem heran=

[page 4, left-hand side of sheet 1]

je, daß er einen Gehülfen bei der Stern= warte hätte, denn so thatkräftig, wie früher ist er nicht mehr u. ich denke oft, daß das so sehr ange= strengte Denken die Kräfte doch auch consumirt. Plänk= ner ist als Major nach Breslau versetzt worden, von ihm ist also kein Beistand mehr für die Sternwarte zu erwarten. Seine Schwester Anna Köschen ist kürzlich in England am Nerfenfieber gestorben, das wird Dir auch leid thuen. Wie ich Dir das letztemal schrieb, war ich sehr unwohl, Du wirst es an meinen [sic] Brief gemerkt haben, der Winter wird wohl immer eine schlimme Zeit für mich bleiben, bald habe ich am Magen, bald am Kopfweh zu leiden. Mit meinen Arbeiten geht es auch gar nicht vorwärts, ich bringe fast nichts mehr fertig, leider werden auch mei= ne Augen immer schwächer, ich habe jetzt beschlossen wieder meine alte Lampe zu brennen, weil ich glaube daß das Gas= licht mir die Augen angreift. Bei der Tante Augusta hat Dein Brief wieder einen neuen Sturm des Schmerzes hervorge= rufen, sie lässt Dich Grüßen u. Dir für denselben danken. Es ist mir wohl zuweilen unbegreiflich, wie sie eine so gro= ße Zuneigung zu Emma B. hat fassen können, sie ist gegen ihre Fehler u. ihren Unverstand ganz blind gewesen, denn die Unrein= lichkeit u. Unordnung ist früher schon schlimm bei ihr gewesen, ich hätte es ihr gerne gesagt, mochte aber doch ihren Schmerz nicht damit ver= größeren. Sie stellt sich vor, daß Emma ganz blödsinnig werden wird. Geheimrath Brauns möchten so gerne Euere Photographien in Form von Visitenkarten haben, die Tanten waren sehr un= glücklich darüber, daß Du sie ihnen nicht gegeben hättest. Auch ich möchte sie so sehr gerne für Ida Hornbostel haben, ich habe im Sinn ihr zu Weihnachten ein Album mit den Photographien der Verwandten zu schicken, freilich wird es wohl nicht möglich sein, daß ich sie bis dahin von Euch bekomme. Auch Lili möchte ich so ger= ne. Wilhelms Fabrik nimmt einen außerordentlich guten Fortgang es sind so viel Bestellungen da, daß sie Noth haben sie zu besorgen.

[text on top of page 1, written upside down:] Von Pulkowa habe ich über den kleinen Peter wieder bessere Nach= richt, aber Emma scheint sehr schwächlich zu sein, ich mache mir manche Sorge um sie. Auch die Unruhen in Rußland, in Peters= burg u. Moskau, äng= stigen mich. Der gesellige Verkehr scheint in Pulkowa immer mehr abzuneh= men, die arme Emma wird einen sehr stillen langweiligen Win= ter haben, im Sommer lassen sich die Verhältnisse schon besser tragen. Nun meine liebe Maria bitte ich Dich noch lieb Lilian recht herz= lich von mir zu küssen u. mir viel von ihr zu erzählen. Grüße Deinen lieben Mann, Schwiegereltern u. Geschwister recht herz= lich von mir, der gute Vater u. Wilhelm senden Euch allen die besten Grüße. Möge Gott Euch behüten! Mit der herzlichsten Liebe Deine Mutter. [/text on top of page 1, written upside down]

[text on top of page 3 and 2, written upside down:] Beiliegende Veilchen sind noch aus dem Garten, das Sommerepheu an der Veranda ist noch prachtvoll grün. [/text on top of page 3 and 2, written upside down]

[text at bottom of page 3 and 2, written upside down:] Wie ist denn der Kirschbaum u. die andern Gewächse in Kennet angekommen? [/text at bottom of page 3 and 2, written upside down]


Comments on This Page

[edit] [history]

Transcribe What You See: As much as possible, transcribe the text as it appears on the page, including original spellings (even if they are incorrect/non-traditional) and keeping abbreviations as written. Insert a return at the end of each line as it appears on the page, and two returns for paragraphs. Transcribe the page in the order in which it was meant to be read: for example, marginal post scripts should be placed at the end of your transcription.

For more guidance, please visit our Scripto tips page.

Wunderbar Together logo
German Historical Institute logo

  • ©2021 German Historical Institute Washington DC. All rights reserved.
  • Privacy Policy
  • Impressum
  • Site by Artefacto