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Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Hansen Taylor, February 12, 1861

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[page 2, left-hand side of sheet 2]

Mitte December nach Hamburg geschickt hatte doch bald nach Abgang des Deinigen er= halten haben. Ich war recht froh darüber die= se Nachricht zu finden, denn ich konnte mich die ganze Zeit über nicht darüber beruhigen, daß ich die Briefe nicht über England geschickt hatte. Ob die Kiste sich noch gefunden haben wird liegt mir auch recht am Herzen, ich zweifle fast daran, denn von Hamburg habe ich wiederholt die bestimmte Nach= richt erhalten, daß sie den 1ten Decemb. von Ham= burg mit dem Dampfschiff abgegangen ist. Der Spe= diteur ließ mir sagen, daß sie auf dem Zollamt in Neu-York würde stehen geblieben sein, da sie aber den 14ten Januar, also 3 Wochen nach Ankunft jenes Schiffes noch nicht an Euch abgegeben war, so habe ich wenig Hoffnung mehr, daß Du sie erhal= ten wirst. Wir verfolgen die politischen Nachrich= ten aus Amerika mit großem Interesse u. fürchten sehr, daß der Ausbruch des Krieges unver= meidlich ist. Ich kann mir wohl denken, wie groß die Aufregung der Gemüther dort ist u. was für einen drückenden Einfluß diese Verhältnisse auf allen Verkehr ausüben muß. In meinen [sic] letzten Brief hatte ich ganz vergessen Deinen [sic] lieben Mann unsere besten Glückwünsche zu seinen [sic] Geburts= tag zu schicken, ich hatte mit den [sic] Vorsatz angefangen Dir zu schreiben, daß wir am 11ten Januar auf sein Wohlergehen die Gläser klingen ließen u. während des Schreibens hatte ich es vergessen, noch ehe ich den Brief schloß, sann ich noch ob ich etwas vergessen u. kaum hatte ich ihn nach dem Briefkasten geschickt fiel mir ein, was ich vergessen. Mein Gedächtniß ver=

[page 3, right-hand side of sheet 2]

läßt mich jetzt öfterer als je. Daß Dein lieber Mann gerade des Winters, wo es am eignen Herd gerade am gemüthlichsten ist, so viel auf Reisen sein muß thut mir sehr leid u. ist mir beständig ein unangenehmer Gedanke, es ist für ihn am schwersten, aber auch für Dich hart. Mit Bedauern habe ich auch gesehen, daß Du mit Deinen Dienst= leuten immer wieder von neuem Deine Noth hast, ich bin aber doch froh, daß Du nicht genöthigt bist sie fortzuschicken u. bin sehr der Meinung, daß wenn es irgend geht, Du ihre Fehler zu ertragen suchst, denn man schickt sie fort u. bekommt andere wieder, die auch andere Fehler u. vielleicht noch mehr als jene haben. So ist es mir auch gegan= gen, freilich konnte ich Anna nicht behalten, denn sie war ganz unverbesserlich, grenzenlos leicht= sinnig u. dazu zu schwach an Kräften für meinen Dienst. Jetzt habe ich nun eine die tüchtig arbei= gen kann, aber in Bezug auf Ordnung u. Reinlich= keit gänzlich verwahrlost u. dumm dabei ist. Ich ha= be eine schreckliche Plage in den 6 Wochen mit ihr gehabt u. hatte schon ganz aufgegeben sie länger zu behalten, seit sie nun aber sieht, daß es mein Ernst ist sie fortzuschicken, nimmt sie sich sehr zu= sammen ihre Arbeit besser zu machen. Ich weiß noch nicht, was ich thuen werde, die Noth um gute Dienst= leute ist hier gewaltig groß. Zu Ostern wird Agnes Braun wieder zurück nach Bernburg gehen, es war doch eine große Aufgabe für mich, daß, was in ihrer Erziehung vernachlässigt war nachzuholen, überhaupt habe ich die Gabe gar nicht junge Mädchen in häuslichen Geschäften anzulernen u. es ist das letzte mal gewesen, daß ich ein solches zu mir genommen


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