• Contributor Login
  • Transcriber Login
  • Register as a Contributor
Menu
  • german heritage in letters logo
  • News
  • Share Your Letters
  • Help Transcribe
  • Explore Collections
  • Browse Letters
  • Search

Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Hansen Taylor, November 29, 1860

Log in to Scripto | View item

http://germanletters.org/plugins/Dropbox/files/Taylor_0214_0001.jpg - image of

« previous page | next page » |

To rotate image, first hold down Alt and Shift keys, then drag with mouse or trackpad (Safari, Chrome & Edge only).

This item is editable!

Current Page Transcription

[page 1, right-hand side of sheet 1]

Gotha, den 29ten November 1860

Meine liebe Maria!

Mit großer Freude habe ich Deinen lieben Brief, nach welchen [sic] ich mich schon recht gesehnt hatte, erhalten u. daraus gesehen, daß Du glücklich wieder von Deiner Reise zurückgekehrt bist u. die liebe Lilian wohl u. munter angetroffen hast. Daß Dich die Sehn= sucht nach ihr früher zu Hause getrieben hat, finde ich sehr begreiflich, ich glaube es giebt nichts in der Welt, was so anziehen, so fesseln kann, als das liebliche We= sen eines solchen Kindes. Ich freue mich zu sehr auf die Zeit wo ich Lilian bei mir haben werde, die Freu= de an ihr wird mir manches Wehe das immer auf mei= ner Seele liegt, lindern u. auch vergessen lassen. Wenn nur die Trennung nicht wieder darauf folgen müsste, sie ist gar zu bitter. Daß Dein lieber Mann wieder nach den [sic] Westen gehen muß, um Vorlesungen zu halten, thut mir für Euch beide leid, ich glaubte, daß er die= sen Winter einmal in häuslicher Ruhe verleben könnte, wenn es freilich zur Reise nach Europa nö= thig ist, so wirst Du es darum gerne ertragen u. er wohl auch wohl gerne der Beschwerden sich unterziehen. Weih= nachten ist nun schon so nahe gerückt u. wenn dieses vor= über, dann zählen wir schon die Wochen, bis zur Zeit Euerer Abreise, dann schwillt das Herz immer höher u. höher vor freudiger Erwartung u. die Zeit wird in

[page 4, left-hand side of sheet 1]

er sich damit entschuldigte, daß er sehr anhal= tend habe arbeiten müssen, von 6 Uhr Morgens bis Abends 9 Uhr u. sogar des Sontags. Das ist ja wohl schwer für ihn gewesen, aber eine halbe Stunde Zeit, um mir zu schreiben, hätte er doch einmal finden können u. es schmerzt mich recht, daß er so wenig Rück= sicht auf mich nimmt. Nebenbei habe ich nun auch noch den Kummer, daß er mit dieser anhaltenden Arbeit seiner Gesundheit, die einmal angegriffen ist, schadet u. er hat es ja doch auch nicht nöthig, daß er so anstrengend ar= beitet. Er schreibt, daß er beim Essen einschläft u. Wil= helm sagt sagt mir nun auch, daß, wie er kürzlich in Berlin war, beim Abendessen August auch gewöhnlich eingeschlafen sei. Daß ist ein Beweiß, daß sein Körper sehr abgespannt ist u. da er noch in den Jahren ist, wo dieser sich entwickelt, so müsste er sich nicht über die Kräfte anstrengen. Bei den mancherlei Kummer den ich gehabt habe bin ich natür= lich selbst auch wieder mehr angegriffen gewesen, die schlaf= losen Nächte lassen mich nicht zu Kraft kommen. Gestern hat mich Frl Leonhardi bitten lassen ihr ein Albumblatt von Dir u. Emma zu verschaffen, welches sie in ein Album für Frl Alix zur 25 jährigen Jubelfeier ihrer Pension, kleben will. Sie bittet es in der Größe eines Briefcouverts zu nehmen, es nur auf einer Seite zu beschreiben, Deinen jetzigen Namen, den früheren beizufügen u. die Zeit in wel= cher Du das Institut verlassen. Sie muß wohl ganz vergessen haben, daß Du eine Schülerin des Instituts gewesen bist. Ich glaube nicht, daß bis zum 3ten Januar, Tag des Jubiläums, eine Antwort von Dir da sein kann, ich will aber doch deßhalb einmal den Brief über Hamburg schicken, da ich da weiß, daß er übermorgen abgeht u. zuweilen sollen die Hamburger Schiffe sehr schnell gehen. Es werden große Vorbereitungen zu den [sic] Jubiläum getroffen, Betty ist vollauf mit Arrangements zu Theater u. andern Vorstellungen beschäftigt, durch sie wird das Institut, das anfing abzunehmen u. den Ruf zu verlieren wieder gehoben, sie nimmt sich dessen mit aller Aufmerksamkeit an. Die Herzo= gin Alexandrine ist jetzt Prodectorin.

[text on top of page 1, written upside down:] Sage Deinen [sic] lieben Mann, daß ich sehr glücklich bin über das Bild von Euerem Hause, ich habe es über meinen [sic] Sopha unter dem großen Bilde hängen u. freue mich beständig daran, der Rahmen passt herrlich zu meinen Meublen u. der Tapete. Grüße ihn aufs herzlichste von mir, auch Deine lieben Schwiegereltern u. Geschwister. Lilian gieb einen herzinnigen Kuß u. sage ihr die deutsche Großmutter ließ ihr sagen, sie solle auch deutsche Verschen lernen. Von Emma Braist. hast Du nichts geschrieben, die Tante hoffte sehr auf Nachricht, sie wundert sich, daß Braistedt nicht schreibt. Von dem lieben Vater u. Wilhelm die herzlichsten Grüße. Gott möge Euch behüten! Mit der herzlichsten Liebe Deine Mutter. [/text on top of page 1, written upside down]

[text on top of page 3, written upside down:] Daß Ehrhardt sich wieder verheirathet hat mit Elise Fawler habe ich Dir wohl noch nicht geschrieben? [/text on top of page 3, written upside down]

[text on top of page 2, written upside down:] Otto Hornbostel in Wien hat einen kleinen Sohn, dieses Jahr kommt er zum erstenmal nicht zu Weihnachten hierher. [/text on top of page 2, written upside down]


Comments on This Page

[edit] [history]

Transcribe What You See: As much as possible, transcribe the text as it appears on the page, including original spellings (even if they are incorrect/non-traditional) and keeping abbreviations as written. Insert a return at the end of each line as it appears on the page, and two returns for paragraphs. Transcribe the page in the order in which it was meant to be read: for example, marginal post scripts should be placed at the end of your transcription.

For more guidance, please visit our Scripto tips page.

Wunderbar Together logo
German Historical Institute logo

  • ©2021 German Historical Institute Washington DC. All rights reserved.
  • Privacy Policy
  • Impressum
  • Site by Artefacto