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Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Hansen Taylor, October 25, 1850

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[page 1, right-hand side of sheet 1]

Gotha, den 25ten Oktober 1860

Meine liebe Maria!

Kurz nachdem ich meinen letzten Brief an Dich abgeschickt, erhielt ich die frohe Nachricht, daß Emma glücklich am 6ten Oktober von einem gesunden, kräf= tigen Knaben entbunden worden war. Wie sehr wir uns darüber freueten u. noch besonders da= rüber, daß es ein kleiner Junge war, wirst Du Dir wohl denken können, schon vorige Woche, wollte ich Dir es schreiben, aber heute komme ich erst dazu, so gerne ich an meine Kinder schreibe, so schwer wird es mir doch jetzt zuweilen u. das ist die Ursache warum ich es oft länger verschiebe, als ich selbst will. Heute habe ich von Emma selbst wieder einen langen Brief erhalten, den Brief in welchen [sic] ich ihr Glück wünschte u. sie zugleich bat mir ja nicht zu früh zu schreiben, hatte sie damals noch gar nicht erhal= ten, so geht es bei den weiten Entfernungen. Sie hat Gott sei Dank ein sehr gutes Wochenbett gehabt nur die ersten 3 Tage hatte sie sehr viele Schmerzen u. ist sehr angegriffen u. schwach gewesen. Das Kind ist so groß gewesen, daß [insertion:] es [/insertion], wie die Hebamme gesagt hat, zu den größten gehört, die geboren worden u. deßhalb

[page 4, left-hand side of sheet 1]

wohl schon aufgeben liebe Maria, so leid es mir auch thut dieß sagen zu müssen, so wäre es doch thörig sich mit einer Hoffnung, die nie in Erfüllung gehen kann herumzutragen. Ich habe die Reise nach Rußland mit sehr großer Anstrengung zurückgelegt u. sehr deutlich gefühlt, daß ein Aufenthalt in einen [sic] so fernen Lande, wo Lebens- mittel u. Lebensweise so ganz verschieden von der unsri= gen ist u. der gute Vater, glaube ich, wird eine so ganz veränderte Lebensweise ebenso wenig vertragen wie ich. Beide sind wir zu alt dazu geworden, wenn auch ich so viel weniger Jahre als er zähle, so bin ich doch durch mei= ne schwache Gesundheit u. die harten Prüfungen vor der Zeit alt geworden. Es geht mir ja jetzt wieder besser wie vor= her, aber nur, wenn ich gar keine Anstrengung u. Unruhe habe, die Kräfte nehmen nicht wieder zu. Von der Tante Anna sind bessere Nachrichten da, Frl. v. M. hat einen Brief für sie an den Onkel Braun beantwortet. Die Bäder von Louèche haben ihre Nerven sehr gestärkt, ob die Wunden alle zu ge= heilt sind, davon schreibt sie nichts. Sie waren auf dem Weg nach Rom, haben aber in einem kleine Dorf an der Straße nach Turin, Halt gemacht, da die politischen Verhältnisse es un= rathsam machten weiter zu reisen u. da die Aerzte es für nöthig finden, daß sie nächsten Sommer wieder nach Louèche geht, so wird sie, auch um die kostspielige Reise nach Rom zu vermeiden, den Winter am Genfer See bleiben. Nachdem sie die frische Luft der Alpen nicht mehr genießen konnte, war es schon wieder weniger gut mit ihren Kräften gewesen u. so ist es gewiß gut zu erfahren, daß sie nicht mehr so schwer zu leiden hat. Wie geht es denn Emma Br.? die Tante scheint immer noch Hoffnung für ihre Genesung zu haben. Wenn ich letztere sehe, so laß ich mir immer von Euch erzählen, sehr viel haben wir uns aber eigentlich noch nicht gesprochen, dadurch daß ihre Haushälterin ge= heirathet hat, kommt sie weniger zu uns. Den Grundriß zu Eu= rem Hause habe ich auch noch nicht bekommen. Ich wünsche Dir sehr

[text on top of page 1, written upside down:] daß Deine neue Haushälterin bleiben u. Du mit ihr zufrie= den sein mögest. Ich muß Weihnachten auch wechseln, weil ich gar zu wenig Hülfe an meiner Köchin habe, ich habe 2 Mädchen u. muß immer selbst noch viel mit thuen u. das kann ich nicht mehr. Grüße Deinen lieben Mann recht herzlich, auch seine Eltern u. Geschwister u. Lilian schicke ich ei= nen innigen Kuß. Der liebe Vater u. Ida senden Euch die be= sten Grüße. Gott möge Euch behüten! Mit herzlicher Liebe Deine Mutter. [/text on top of page 1, written upside down]

[text at bottom of page 1, written upside down:] August war nur 10 Tage bei uns, er hat viel zu thuen bei Marx, der ihn aber schlecht dafür bezahlt. [/text at bottom of page 1, written upside down]

[text at bottom of page 3 and 2, written upside down:] Ich habe von [Cos.?] Hennebergs Brief das Couvert nehmen müssen weil es zu dick war. Die Californische Reise habe ich sehr ungerne hergegeben. [/text at bottom of page 3 and 2, written upside down]


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