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Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Hansen Taylor, August 21, 1860

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[page 2, left-hand side of sheet 2]

einen Brief an den Vater geschrieben, der mit unendlicher Freude von uns empfangen wurde, aber die Sorge um ihn doch noch nicht ganz von unsern Herzen nahm. Seine Ge= sundheit scheint sehr geschädigt zu sein, er schrieb, daß er schon auf dem Mittelländischen Meere sehr gefro= ren habe u. daß dieß immer noch der Fall sei, weßhalb er in Wien sich erst wieder an das kältere Klima zu gewöhnen suchen müsse, ehe er weiter nach Berlin u. Gotha gehen könne. Die Wahrheit, in Bezug auf seine Gesundheit haben wir sicher nicht erfahren u. mir ist nichts schrecklicher, als wenn ich weiß, daß mir etwas verheimlicht wird, ich bin genug geprüft im Leben, daß ich die Wirklichkeit leichter tragen kann, als wenn ich mich in hundert Vermuthungen ergehen muß. In Berlin schickte ich August gleich bei unserer Ankunft fort um Nachricht über Wilhelm zu holen, da mich die Sorge um ihn sehr quälte u. da erfuhr ich dann, daß er auf dem Rothen Meere sehr krank gewesen, daß aber jetzt Nachricht da sei, daß er in Alexandria sich befinde u. den 5ten August mit einem andern Ingenieur von dort abreisen würde. Du wirst Dir denken können, liebe Maria, wie schwer diese Nach- richt mir aufs Herz fiel u. wie es meine Angst ver= mehrte, daß von ihm selbst seit dem 24ten May kein Brief wieder angekommen war u. nur durch seinen Collegen alle Nachricht über ihn, zu uns gelangt war. In seinem Brief von Wien schreibt er nichts davon, daß er krank gewesen, er verschweigt es u. vermehrt

[page 3, right-hand side of sheet 2]

dadurch meine Unruhe. Von Ida Horn= bostel habe ich gestern einen Brief er= halten, ihre eigene Gesundheit hat, wie ich schon von Ewalds hörte, durch den Kummer um Wilhelm sehr gelitten u. das Wiedersehen von beiden, ist wie sie selbst sagt nicht so froh u. ungetrübt gewesen, wie sie es sich immer vorgestellt hat. Von Wilhelm sagt sie, daß er mager geworden, sich sehr vor Erkältung hü= ten u. erst wieder an das kältere Klima gewöhnen müsse. Auf seiner Rückreise hat er auch noch viel Unannehmlichkeiten gehabt, mit einem Schiff welches von Kalkutta kam reiste er von Aden ab, in der zwei= ten Nacht brach die Kurbe [footnote: perhaps "Kurbel"] der Maschine, zwei Tage ver= suchten sie mit einem Cylinder weiter zu fahren, aber vergeblich, da kam glücklicherweise ein Schiff von Suez, welches sie wieder mit nach Aden zurück nahm. Mit dem zu nächst abgehenden Schiff reisten sie wieder ab, kamen durch diese Verzögerung aber doch zu spät an um mit dem Loyddampfer von Alexandrien abgehen zu können u. mussten dort warten, bis der nächste abging. Meine Reise habe ich sehr glücklich zurückgelegt u. bin jetzt recht froh, daß ich den Muth gehabt habe sie zu machen, aber ich glaube doch nicht, daß ich mich wieder zu einer so weiten Reise entschließen werde, die Kräfte fehlen mir zu sehr dazu, ich über- stehe sie wohl mit meinem festen Willen, aber doch mit zu großer Anstrengung. Die Seereise war zurück eine noch schnellere als auf der Hinreise, nur 66 Stunden waren wir auf dem Schiff, aber dennoch ist mir eine


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[footnote: perhaps "Kurbel"]

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