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schönen Muscheln gegeben, über die er sich sehr gefreut hat. Minchen Keil habe ich die Kürbisschaale geschickt, Buflebs Mamsell ging eben den andern Tag zu ihr, u. Frl Alix eines von den Taschentüchern, die sehr schön sind, sie wird sich gewiß sehr darüber gefreut haben. Auch die Jakobi ist glücklich über das Buch u. darüber, daß Du an sie gedacht, gewesen. Die Arbeiten der Indianer fin= de ich bewundernswerth, ganz besonders reizend ist das kleine Schächtelchen von Bürkenrinde. Ida wird Dir noch selbst schrei= ben, wie glücklich sie über ihre Geschenke ist, auch Emma hat sich sehr gefreut, sie lässt Dir aufs herzlichste danken, eben= so Wagner. Linchen steht die Kette reizend, sie ist ein lieb= liches Kind u. hat ganz denselben Ausdruck noch im Gesichtchen, wie vor 2 Jahren. Ueber Lilian's Bildchen haben wir uns auch sehr gefreut, sie ist ein bildschönes Kind u. Feuer u. Ener= gie spricht aus ihrem Gesichtchen. Du scheinst etwas magerer geworden zu sein, oder kommt es von dem Kopfputz, den Du trägst? Ein ganz originelles Bildchen ist es durch die aus= gestreckten Beine Lilian's wieder geworden. Der gute Vater war ganz entzückt davon. Ueber alle die Bilder habe ich mich sehr gefreut, das Deiner guten Schwiegermutter scheint sehr gut zu sein, es ist Aehnlichkeit mit Annie darin. Auch ist es mir eine Freude Stoddards im Bilde kennen zu lernen. Von Mrs. Stoddard ist es unendlich gut, daß sie so viel von ihren Seltenheiten für uns mitgeschickt, sage ihr, daß sie uns viel Freude damit gemacht u. wir ihr herzlich danken. Die Koralle ist auch herrlich, leider war sie in mehrere Stücke zerbrochen, ich hoffe aber, daß sie wieder zusammen gekittet werden kann. An der Grenze war
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die Kiste ganz auf u. fortgepackt worden, warum weiß ich nicht, u. dabei ist sie gewiß beschädigt worden. Ich denke mit großem Vergnügen an dem Reichthum von schönen Sachen, den ich zu Hause habe u. an dem ich mich bei meiner Rückkehr wieder von neuem recht er= freuen werde. Doch nun muß ich Dir auch erzählen, daß wir unsere Reise sehr glücklich zurückgelegt haben u. daß ich mich jetzt, wo ich ganz in Ruhe bei Emma bin, viel wohler fühle, wie die ganze letzte Zeit über. Die Seereise war gut, bis auf die zweite Nacht, wo wir den Wind entgegen hatten u. das Schiff gewaltig schaukelte, was aber schon am Morgen wieder auf= hörte. Ida war etwas seekrank u. mir war auch recht schlecht, aber es ging bald vorüber. Sonabend 1 Uhr fuhren wir von Stettin weg u. Dienstag 12 Uhr waren wir in Pe= tersburg. Der 2te Platz auf dem Wladimir war sehr gut, die Kajüten reinlich u. das Essen reichlich u. recht gut, die Reisegesellschaft nicht eben sehr angenehm, aber für so kur= ze Zeit ist das wohl zu ertragen. Es war ein Oberst Grün mit seiner Frau dabei, mit ihm machten wir Bekanntschaft, sonst mit Niemand. Ich will froh sein, wenn wir eine eben so gute Rückreise haben. Wagner erwartete uns am Landungsplatze u. brachte uns nach kurzem Aufenthalte auf dem Zoll nach Pulkowa, wo uns Emma mit großer Freude empfing. Sie sieht wohl aus u. ist ganz munter, Wagner ist sehr heiter u. noch etwas stärker geworden. In Pulkowa ist es jetzt sehr leer, Alexandra u. Emilie sind nach Schweden zum Besuch ihrer Schwester, der jüngste Sohn von den alten Struwes ist da u. die Döllen'sche Familie, sonst sind alle fort. Wir werden uns dadurch nun
