• Contributor Login
  • Transcriber Login
  • Register as a Contributor
Menu
  • german heritage in letters logo
  • News
  • Share Your Letters
  • Help Transcribe
  • Explore Collections
  • Browse Letters
  • Search

Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Hansen Taylor, March 11, 1860

Log in to Scripto | View item

http://germanletters.org/plugins/Dropbox/files/Taylor_0203_0002.jpg - image of

« previous page | next page » |

To rotate image, first hold down Alt and Shift keys, then drag with mouse or trackpad (Safari, Chrome & Edge only).

This item is editable!

Current Page Transcription

[page 2, left-hand side of sheet 2]

für sie selbst diese Freude nicht verloren geht. Ich kann nicht sagen, wie froh ich war über die letzten besseren Nachrichten, durch welche Onkel u. Tan= te die Reise um so vieles erleichtert wurde u. sie doch auch wieder mit Freude an dieselbe denken konnten. Ich begleite sie fortwährend mit meinen Gedanken u. sehe recht oft nach der Wetterfahne ob der Wind ihnen gün= stig ist, obwohl ich weiß, daß es auf dem Meere ganz an= ders sein kann. Vorigen Dienstag habe ich endlich auch eini= ge Zeilen von Wilhelm erhalten, noch vom Rothen Meere wo sich ein Fehler nach dem andern im Kabel gefunden hatte, der Brief war vom 10ten April u. nur dem Zufall, der einen Dampfer in ihre Nähe führte, verdanke ich diese Nachricht. Wilhelm schrieb, daß er wohl sei, die Hitze sehr groß, im Salon 30° [?] u. auf dem Deck noch viel heißer u. daß er noch hoffe Ende May in Deutschland zu sein. Ich u. der gute Vater, der sich, seit wir durch August die Nachricht erhalten, daß Siemens nicht begreifen könne, wo Wilhelm sei u. ihn schon mehrere Mal gefragt habe, ob wir keine Nachricht hätten, auch sehr um ihn ängstigte, waren un= beschreiblich froh über diese Zeilen, den andern Tag aber wurde unsere Freude schon sehr gedämpft durch die Nachricht die uns August mittheilte, daß neuere Nachrichten in Berlin eingegangen sein, nach welchen Wilhelm zurück nach dem neu gelegten Kabel hatte gehen müssen um einen Fehler, der sich dort gefunden, aufzusuchen u. daß daher gar nicht zu bestim= men sei, wenn er zurückkommen würde. Ich danke zwar Gott, daß ich nur weiß wo er ist u. daß er sich damals noch wohl befand, aber ich bin doch in fortwährender Sorge um ihn. Die Hitze wird zugenommen haben u. dadurch die Operationen um so viel beschwerlicher sein u. wie traurig ist es für ihn so ganz ohne Nach=

[page 3, right-hand side of sheet 2]

richt aus der Heimath bleiben zu müssen, die letzte Nachricht, die er erhalten war von Neujahr. Ich weiß durchaus nicht wohin ich einen Brief an ihn adres= siren soll, er scheint nie daran gedacht zu haben, daß er so lange ausbleiben könne, sonst würde er uns doch wohl noch einen Ort genannt haben, an welchem er einen Brief erwar= te. Wenn jetzt die Natur um uns her in ihrer vollen Pracht sich entfaltet, so muß ich immer daran denken, wie er nun Monate lang auf diesem einförmigen, langweiligen Wasser umher schwimmt, kein grünes Blatt zu sehen bekommt u. über= haupt von der civilisirten Welt ganz abgeschlossen ist. Und wie wird es seiner armen Braut ums Herz sein, die ihn schon seit vielen Wochen erwartet u. die seit Februar keinen Brief von ihm erhalten, auch dießmal hat er nur an mich geschrieben u. gebeten ihr Nachricht von ihm zu geben. Das letzte mal hat er wohl freilich keine Zeit gehabt mehr als diese wenigen Zeilen zu schreiben, aber bei dem vorletzten Brief, muß er sich in so gedrückter Stimmung befunden haben, daß er nicht hat an sie schreiben mögen. Ich kenne ihn in diesem Punkt nur zu gut, er hat gewiß vermeiden wollen ihr, durch die Stimmung, welche der Brief verathen haben würde, [strikethrough] ihr [/strikethrough] das Herz schwer zu machen, was aber gewiß durch sein Schweigen noch viel mehr der Fall gewesen sein wird. Die gänzliche Ungewiß= heit über seine Rückkehr hat meinen Entschluß Emma zu be= suchen wieder sehr wankend gemacht, der July ist schon die spä= teste Zeit zu einer Reise nach Pulkowa u. es ist jetzt sehr zweifel= haft ob Wilhelm bis dahin wieder zurück sein wird, ehe er bei uns gewesen ist, kann ich nicht weggehen. Ueberhaupt bin ich noch ganz im unklaren darüber, ob ich recht thue wenn ich die Reise mache, ich weiß, daß wir das Geld dazu nicht übrig haben, dann die kurze Zeit, die ich nur dazu habe u. aber auch für Emma, die schon Ende Sep= tember niederkommt, gut sein wird, wenn wir kommen, wodurch doch Unruhe u. Aufregung für sie nicht zu vermeiden ist. Auch kommt es mir sehr gewagt vor, daß ich mit meiner so schlechten Gesundheit


Comments on This Page

[edit] [history]

Transcribe What You See: As much as possible, transcribe the text as it appears on the page, including original spellings (even if they are incorrect/non-traditional) and keeping abbreviations as written. Insert a return at the end of each line as it appears on the page, and two returns for paragraphs. Transcribe the page in the order in which it was meant to be read: for example, marginal post scripts should be placed at the end of your transcription.

For more guidance, please visit our Scripto tips page.

Wunderbar Together logo
German Historical Institute logo

  • ©2021 German Historical Institute Washington DC. All rights reserved.
  • Privacy Policy
  • Impressum
  • Site by Artefacto