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Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Hansen Taylor, March 11, 1860

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[page 1, right-hand side of sheet 1]

Gotha, den 11ten May 1860

Meine liebe Maria!

Diese Zeilen sollen Dir die herzinnigsten Glückwünsche zu Deinem Geburtsfeste von mir bringen, möge der allgütige Gott Dir in diesem neuen Lebensjahre mit seinem reich= sten Segen über Dir walten u. Dir das schöne Glück, welches Du im Besitze Deines geliebten Mannes u. lieblichen Kindes bis jetzt genossen, fort u. fort ungetrübt bestehen lassen! Ich werde an diesem Tage mit meinen Gedanken beständig bei Euch sein u. wenn mir das Herz dabei recht sehnsüchtig ist, so will ich mich damit zu trösten suchen, daß vielleicht im nächsten Jahre uns die große Freude zu Theil wird, die- sen Tag mit einander verleben zu können. Hoffentlich werden Buflebs den 2ten Juny schon bei Euch angelangt sein, wodurch dieser Tag doppelt glücklich für Dich sein wird, die gute Tante wird Dir unsere Glückwünsche u. Geschenke überbringen u. Du wirst aus ihrem Munde so vieles aus der Heimath ersehen, worüber Du Dich freuen u. Dich der= selben näher fühlen wirst u. ich freue mich auch von ganzem Herzen, daß Dir dieses Glück zu Theil wird. Gerne hätte ich Dir noch mancherlei mitgeschickt, aber ich möchte der Tan= te nicht so viel aufpacken, es schien mir das, was ich ihr brachte ohnehin schon zu viel für eine so weite Reise, ich sam= mele aber nach u. nach für Dich u. wenn Du dann nächstes Jahr kommst, so werde ich die Freude haben, es Dir selbst zu geben. Sehnlichst wünsche ich daß es mit der Besserung der armen Emma B. Bestand haben möge, damit die Freude des Wieder= sehens Euch nicht durch den Kummer um sie getrübt wird u.

[page 4, left-hand side of sheet 1]

Die weite Reise unternehmen will. Diese Woche habe ich wieder 3 Tage an den heftigsten Kopfweh gelitten, ich war zu allem gänzlich unfähig u. bin nun natürlich so an= gegriffen davon, daß ich nicht vom Stuhl aufstehen möchte. Wenn mir nicht Emma u. Ida so leid thäten, wenn sie um diese Freude kom= men, so würde ich ganz entschieden die Reise aufgeben. Seit gestern haben wir warmes Wetter, heute 18°, mir liegt diese Luft so in den Gliedern, daß ich fast nichts davon genießen kann. Ida u. Agnes klagen sehr über die Hitze u. kommen mit ihrer Arbeit da= bei nicht vom Flecke, es ist an beiden noch viel zu ziehen u. ich sehe wohl ein, daß ich die Gabe dazu nicht habe. Junge Welt habe immer sehr viel um mich, manchmal, wenn ich so angegrif= fen bin ist es mir zu viel. Maria Rothstein, Betty, Wilhelm Keil kom= men oft des Abends hier zusammen, Ida, Agnes u. August Hensel dazu, so habe ich eine ganze Gesellschaft. Zu Pfingsten wird August kom= men, er freut sich sehr darauf u. ich mich nicht minder, ich gönne ihm diese Erholung im elterlichen Hause so von ganzer Seele u. für mich ist es noch eine besondere Wohlthat u. Beruhigung für mein Herz wenn ich ihn einmal wieder sprechen kann, denn aus seinen Briefen er= fahre ich nur wenig über sein Thuen u. Treiben. [underline] d. 12ten [/underline] Soeben ist der Tod von dem Onkel Henneberg angesagt worden. Gestern erkundigte ich mich noch bei Madlung nach ihm u. dieser sagte mir wohl, daß er nicht wieder aufkommen würde, aber für so nahe hielt er sein Ende doch nicht. Seit diesem Morgen soll sich sein Zustand so verschlimmert haben, diesen Mittag ist er gestorben. Es ist ja eigentlich ein Glück, daß seine Leiden sich nicht noch in die Länge gezogen u. einen Genuß hat er schon lange nicht mehr vom Leben gehabt. Er war an zeitlichen Gütern reich gesegnet, aber was können diese helfen, wenn Zufriedenheit u. innerer Friede fehlt. - Ich bin sehr gespannt zu erfahren wie sich die liebe kleine Lilian mit dem deut= schen Onkel u. der deutschen Tante verständigen wird, ob sie sich dazu ver= stehen wird deutsch mit ihnen zu plaudern. Ich hoffe das Bilderbuch, was ich ihr geschickt habe wird gut dazu passen ihr deutsche Wörter spre= chen zu lernen. Ich möchte sie gar zu gerne einmal sehen. Gieb ihr einen herzinnigen Kuß von mir, Deinen lieben Mann, seine Eltern u. Ge= schwister, Buflebs u. Breistedts grüße aufs herzlichste von mir. So leb denn wohl, meine liebe Maria u. sei recht vergnügt u. heiter an Deinem Geburtstag, meine innigsten Wünsche für Dein Wohlergehen werden ich in Gedanken zu Dir hinsenden, möge Gott sie erfüllen! Mit der herzlichsten Liebe Deine Mutter.

[text on top of page 1, written upside down:] Die Blumen sind aus unserm Garten für Dich gepflückt. [/text on top of page 1, written upside down]


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