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Gotha, den 10ten März 1874
Meine liebste Maria!
Ich war sehr froh am Sonabend wieder Nachricht, auf die ich sehr gehofft, von Dir zu erhalten, hätte sie doch nur besser gelautet! Daß Ihr in Neapel so schlechtes Logis gefunden, thut mir sehr leid, noch mehr aber kümmert es mich daß das Wetter Euch so un= günstig war. Die viele Sorge die mir längst Eure Reise nach Egypten gemacht hat, ist dadurch natürlich noch nicht gemindert worden. Von Deinen [sic] Befinden sagst Du gar nichts, liebe Marie, hoffentlich bist Du von Deiner Diarrhö wieder ganz frei u. kommt in Egyp= ten nicht wieder, es soll ja gerade diese Krankheit dort nicht leicht zu beseitigen sein. Von uns kann ich Dir lei= der keine besseren Nachrichten als mein letzter Brief, der Dich, wie ich hoffe noch in Neapel getroffen haben wird, brachte. Das Befinden des armen Vaters hat sich mehr verschlechtert als gebessert u. ängstigt mich recht sehr. Der Apetit ist gänzlich verschwunden, schon für länger als eine Woche ist er weder warmes noch kaltes Fleisch, auch das beste u. feinste nicht was ich auf= bringen konnte. Ein Stückchen Karpfen, den ich ihm holen ließ, hat er vorgestern gegessen, aber doch auch nicht mit Apetit. Gestern hat er von dem Spargel den Ihr noch für ihn daließet
