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Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Taylor, February 18, 1873

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[page 2, left-hand side of sheet 2]

der Vater hatte mir so viel zugelegt daß ich aus= kommen konnte, darum thut es mir nun um so mehr leid daß Ihr Euch so viel entzogen habt. Von Lilian habe ich gestern mit großer Sehnsucht einen Brief erwartet, aber keinen erhalten, wüsste ich nicht durch Dich daß sie mein Päckchen erhalten, so würde ich fürchten daß es nicht angekommen, die Zeit bis nächsten Mon= tag wo ich wieder einen Brief erwarten kann, wird mir noch recht lang werden. Ich hoffe daß sie sich bei den zwei Sen= dungen, die sie zu gleicher Zeit erhalten, den Magen nicht ver= dorben hat, ich hatte es ihr sehr an's Herz gelegt nicht zu viel auf einmal davon zu essen. Die vorige Woche hat uns viel gemüthliche Anstrengung gebracht, zuerst die Nach= richt die uns Doris gab daß August die Stelle in Schlesien an= genommen hat ohne Wilhelm's Antwort auf seine Anfrage darüber abzuwarten, alle ihre Bitten diese erst abzuwarten ehe er sich entschied, waren vergebens, er ist in solcher Aufre= gung gewesen daß kein Rath u. keine Warnung Ein= gang bei ihm gefunden haben. Kaum kann man erwar= ten daß bei solch überstürzter Entscheidung in einer so wich= tigen Angelegenheit diese Uebersiedlung glücklich ausfal= den wird. Von ihm selbst haben wir noch nichts wieder ge= hört obgleich Wilhelm u. ich beide zweimal geschrieben haben. Er muß sich immer noch nicht in den Direktor dort, der freilich strenge aber doch auch wohlwollend sein soll, finden können u. dieß der Grund sein warum er mit sol= cher Hast das Anerbieten ergriffen. Sie kommen ganz nahe an die polnische Grenze, 20 Minuten von Königshütte, einem kleinen Städtchen entfern [sic], liegt das Werk, die näch= ste größere Stadt ist Beuten. Auf 5 Jahre will August nur

[page 3, right-hand side of sheet 2]

den Contrackt abschließen, weil sie dann der Kinder wegen die keinen Unterricht dort haben können, wieder fort müssen. Sehr besorgt sind wir nun noch wie der Contrackt überhaupt abgeschlossen worden ist, da wir ja wissen wie wenig es August versteht seinen Vortheil wahrzunehmen. Zu diesen Sorgen kamen nun noch andere durch einen weitläufi= gen Aufsatz von Paschen veranlasst der bei den Mitgliedern der Reichscommission cirkuliren u. darüber abgestimmt werden soll. Er greift den Vater in denselben [sic] scharf an wegen Weglassung des astronomischen Okulars an den photogra= phischen Instrumenten die Steinheil anfertigt u. von dem Vater so bestellt worden sind. Du wirst Dir wohl den= ken können, liebe Maria, in welche Aufregung der Vater dadurch kam, er brachte mehrere Nächte meist schlaflos zu u. auch über die ganze Sache, denn es ist sehr möglich daß die Abstimmung gegen den Vater ausfallen wird weil sie alle, trotz seiner weitläufigen Auseinandersetzungen die er Seidel gab, nicht verstehen können daß das astron. Okular überflüssig an dem Aparat ist. Er wird Paschens Schreiben mit einer Rechtfertigung seiner Ansicht, in Bezug auf das Okular, in Cirkulation setzen u. sollte die so nicht angenommen werden, seine Stelle bei der Commission niederlegen. Es wäre ja gewiß das Beste wenn er sich losmachte aber doch würde es sehr empfindlich für ihn sein wenn er gerade durch diese Angelegenheit dazu veran= lasst wäre. Gerade Paschen hat am wenigsten hinläng= liche Kenntnisse um ein sichereres Urtheil über diese Sache beanspruchen zu können, wie der Vater. Ich habe mich schon so viel über diese Geschichte gesorgt, so viel schlaflose Nächte gehabt u. sehe mit Aengstlichkeit dem Ausgang derselben entgegen.


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