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Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Taylor, February 18, 1873

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[page 1, right-hand side of sheet 1]

Gotha, den 18ten Februar 1873

Meine liebste Maria!

Es hat mir sehr leid gethan aus Deinen lieben Briefen, für welche ich herzlich danke, zu ersehen daß Dein lieber Mann lange u. zuletzt noch so sehr ernstlich er= kältet war u. Ihr es mit der Witterung in Lausanne so schlecht getroffen hattet. Auch ich glaube daß das Fort= kommen aus der scharfen Luft dort das beste Heilmit= tel für ihn sein wird u. doch beunruhigt es mich daß Ihr in dieser mißlichen Jahreszeit eine ganze Woche rei= sen werdet bis Ihr nach Florenz kommt, denn es kann auch in Italien um diese Zeit zuweilen recht unfreundliches u. kaltes Wetter sein. Mit großer Sehnsucht sehe ich schon einer Nachricht von Euch entgegen, möchte sie mir doch die besten Berichte über Euer Befinden u. Eure Reise bringen! - Nun, liebe Maria, muß ich Dir [insertion:] u. Bayard [/insertion] aber zuerst [insertion:] für [/insertion] die große Geldsendung die Ihr mir geschickt mei= nen herzlichsten Dank sagen, Ihr hättet das nicht thuen sol= len u. eigentlich drückt es mich es anzunehmen denn es ist uns ja eine große Freude gewesen u. so eine gro= ße Annehmlichkeit Euch bei uns zu haben daß ich Euch viel lie= ber ganz als unsere Gäste hätte haben mögen. Auch hattet Ihr uns ja schon zu Weihnachten so große Geschenke gemacht daß Ihr wirklich diese große Summe mir nicht noch hättet schicken sollen,

[page 4, left-hand side of sheet 2]

Mit Ida Hansen ist es die letzte Woche etwas besser gegangen, sie fährt nun jeden Tag wieder zum Schweden u. scheint großes Zutrauen zu haben daß er ihr helfen wird, wir wollen hoffen daß es wahr wird, der Glaube thut ja auch oft Wunder u. es ist schon gut wenn sie moralisch wieder dadurch gehoben wird. Lina will Dir gerne schreiben, aber sie hat die letzten Tage keine Zeit dazu gehabt. Sie hat bei Mathias mit Olga B. deutschen Unterricht, wobei sie jede Woche einen Aufsatz abliefern muß was ihr immer noch viel Zeit kostet. Ich bin sehr froh darüber daß sie diesen Unterricht hat; Wagner war gar nicht damit zufrie= den, daß ich sie nicht wieder in [Kempers?] Unterricht geschickt hatte, er tadelte sie sehr u. meinte es sei ihr ganz gut wenn sie sich solch Unannehmlichkeiten finden lernte, es würden ihr noch genug im Leben begeben. Sein Wille war daß sie [Kempers?] Unterricht wieder mitnehmen solle, ich habe aber Emma geschrieben daß ich hoffte er würde mir es erlassen sie wieder in denselben schicken zu müssen. Ich halte es sogar für ein Glück für Lina daß es so gekom= men ist denn sie hätte bei K. nie gelernt einen guten Aufsatz zu machen. Bei Freitag macht sie im Malen gute Fortschritte, sie brach= te Sonabend eine sehr hübsche Landschaft mit, die sie beendigt hatte. Sie geht oft in's Theater, ich habe 1/2 Abonnement für sie genommen, weil ich die einzelnen Billets zu theuer bezahlen muß u. das nimmt auch viel Zeit weg, aber ich denke sie muß eine Aufheiterung haben weil es allzu einsam bei uns ist. Der Platz ist an dem Bohnstedts wo= durch sie auch Unterhaltung hat. Mit Onkel Bufleb geht es nicht gut, er ist sehr erkältet wodurch sein allgemeines Leiden noch verschlimmert wird. Mit meinen Kopfweh geht es erträglich, einmal jede Woche muß ich meine schlimmen Schmerzen aushalten, es ist dann auch allemal ein schlechter Tag für den Vater. Seine Augen sind doch besser, er ar= beitet am Vormittag viel, zu viel, denn ich fürchte daß die Besserung dabei nicht anhalten kann. Wir haben seit Anfang voriger Woche sehr milde Westluft, aber immer nur 1 - 4° Wärme weßhalb der Schnee da auch kein Wind geht u. die Sonne nicht durch den Wol= kenschleier bricht, der Schnee sehr langsam wegthaut. In Hamburg haben sie gar keinen Schnee gehabt. Ida war erkältet u. hatte schlimmen Husten, es sollte nun besser gehen. Nun meine liebste Maria muß ich aber schließen mit den herzlichsten Grüßen von dem Vater u. mir an Euch beide. Gott gebe daß Ihr glücklich in Florenz angekommen seid! Mit herzlicher Liebe Deine Mutter.

[Text on top of page 1, written upside down:] Zwei Zeitungen mit schwarzem Stempel sind noch gekommen da Ihr sie aber gewiß durch [?] werdet bekommen können, so lasse ich sie liegen u. lege nur die Briefe bei. [?]'s bitte ich freundlich von uns zu grüßen. Fanny Becker lässt Dich grüßen, sie be- suchte mich vorige Woche um sich nach Dir zu erkundigen. [/text on top of page 1, written upside down]


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