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Gotha, den 9ten Febr. 1873
Meine liebste Maria!
Ich will beiliegende Briefe doch nicht abschicken ohne einige Zeilen beizulegen u. Dir den besten Dank für Deinen lieben Brief zu sagen. Leider sehe ich aus denselben [sic] daß Ihr viel von Erkältung geplagt seid u. das Wetter dafür sehr ungünstig dort ist, was mir recht leid thut. Ich wünsche sehr oft Ihr möchtet noch hier sein, der Winter ist freilich diese Woche vollkommen bei uns eingezogen mit vielem [sic] Schnee, aber doch nur einigen ° Kälte u. wird darum noch nicht empfindlicher sein wie in Lausanne. Es ist gar zu ein= sam bei uns geworden u. diese große Stille scheint gerade auch nicht günstig auf den Vater zu wirken. Mit unserer Unterhaltung stockt es oft sehr, es ist ja auch natürlich wenn so alle Anregung von Außen fehlt u. mit dem Vorlesen können wir uns auch nicht viel helfen, weil der Vater zu wenig Interesse mehr dafür hat, es ist kein Buch zu finden das er gelesen haben möchte. Und vielmehr wie ich ohnehin schon zu lesen habe, kann ich auch nicht, besonders des Abends wo das Lesen meine Augen so sehr angreift. Diese Woche war der Vater einmal schrecklich ver= drießlich u. ärgerlich, ich forsche immer noch wovon es
[text on top of page, written upside down:] Onkel Bufleb geht es nicht gut, der Winter scheint ihn zu drücken. Nun, meine liebste Maria, noch die herzlichsten Grüße von mir u. dem Vater an Euch beide, auch an Annie, Lina grüßt auch, sie war fast die ganze Woche krank an ei= nem bösen Hals. Gott behüte Euch! Mit herzlicher Liebe Deine Mutter. [/text on top of page, written upside down]
