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konnte Ida leider nicht mit zu uns kommen da sie wieder unwohl war, die Kinder waren aber sehr glücklich u. besonders Lina die sich über ihre Geschenke unbeschreiblich freuete. Wir hatten 3 sehr schön geputzte Weihnachtsbäu= me, einen ganz großen, einen kleineren für Fritz u. Emmi u. einen ganz kleinen für Lina, den sie sich gewünscht hatte aber nicht erwartet daß dieser Wunsch in Erfüllung ge= hen würde. Ich habe so viel an Lilian gedacht u. sie sehnlichst zu unserer Bescherung ge= wünscht. Der gute Vater war sehr heiter den Abend, es geht ihm überhaupt viel besser wie im vergangenen Winter nur das Augenleiden ändert sich nicht mehr, es ist ja immer ein Glück daß er wieder schrei= ben u. die Zahlen lesen kann, aber andere Schrift kann er gar nicht lesen. Meine Kräfte waren aufs äußerste angestrengt worden durch die Weihnachtsunruhe, wie aßen deßhalb den ersten Feiertag allein, Lina war zu [Bog.?] Brauns eingeladen u. Frl. Sch. ging zu ihrer Mutter, der Vater u. ich waren am Nachmit= tag ganz allein in unserem großen Haus, aber diese Ruhe war mir nothwendig, ich konnte dann gestern den 2ten Feiertag Wil=
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helms alle bei uns zu Tische haben, Ida ging es auch so viel besser daß sie im Wagen zu uns kommen konnte. Sie ist immer noch sehr schwach, sieht aber doch wieder wohler aus, sie braucht Heilgymnastik mit großem Vertrauen daß sie ihr Genesung bringt.
d. 28ten Dec. Gestern bin ich dann nun seit dem 3ten Novemb. zum erstenmal wieder die Treppe hinunter u. aus dem Hause gekommen, wir waren den Abend zur Bescherung bei Wilhelms, es kostete mir einen rechten Entschluß auszuge= hen, aller Muth fehlte mir dazu, der Weg wur= de mir auch unbeschreiblich schwer zu gehen, zu= rück bin ich gefahren u. bin nun heute sehr froh daß ich es thuen konnte ohne schlimme Kopfweh da= von zu bekommen. Seit beinahe 2 Wochen habe ich keine heftigen Kopfweh gehabt, vorher aber schrecklich daran gelitten u. bin nachdem auch nie ganz frei von Kopfweh gewesen aber es ist ja schon eine Wohlthat wenn nur die heftigsten Schmerzen, die wirklich fast uner= träglich sind, wegbleiben. Gestern hat Tante Bufleb Deinen Brief erhalten, leider brachte er die Nachricht mit daß Du, liebe Maria, wieder nicht ganz wohl warst, muthe Dir nur ja nicht
