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u. hat sich auch noch nicht wieder ganz erholt, die Verhandlungen der Conferenz haben fast 2 Wochen in Anspruch genommen u. das ist zu lange für ihn, der so sehr an seine regelmäßige Lebensweise ge= wöhnt ist, gewesen. Er braucht jetzt Douchbäder auf die Augen u. nimmt zweimal die Woche ein Fußbad mit Salzwasser, hoffentlich wird ihm Besserung da= durch. Geistig ist er noch ganz frisch, das meinte Win= necke auch, der von der Conferenz zurückkehrend einen Tag bei uns zubrachte. Dieser ist ganz hergestellt u. ein ganz anderer Mensch geworden viel liebens= würdiger als ich ihn früher gesehen. Nun, meine liebe Maria, muß ich Dir aber erst für Deinen lieben Brief danken den ich vorige Woche mit vie= ler Freude erhalten habe. Ich glaubte Euch schon län= ger wieder mit meinen Gedanken in Cederkroft aufsuchen zu müssen, du hattest mir gar nicht über die Dauer Eures Aufenthaltes in Neu York geschrie= ben u. so hatte ich schon zwei meiner Briefe, vom 3ten u. 20ten März dorthin adressirt. Ich freue mich sehr daß Ihr von dem Stadtleben noch einige angenehme Zerstreuungen u. Vergnügen hattet u. etwas Stillstand in der Thätigkeit Deines guten Mannes eingetreten war. In Boston werdet Ihr gewiß auch angenehme Ta= ge verlebt haben. Ich freue mich auch über alles was
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was Du mir von lieb Lilian schreibst sehr, könnte ich sie doch nur einmal bei mir haben! Der Besuch Dei= ner Schwiegereltern bei uns verzögert sich also wieder= um etwas, wir hofften schon sie im Juny bei uns zu sehen u. freueten uns darauf. Noch habe ich et= was Hoffnung daß Ida im July mit den Kindern zu uns kommen wird u. das wäre denn recht schön wenn sie mit Deinen Schwiegereltern zusammen bei uns sein könnte. In Betracht der Sprache würde uns eine große Erleichterung dadurch werden. Jetzt ist freilich gar keine Rede mehr von ihrem Be= such gewesen, aber da wir die Kinder fast in zwei Jahren nicht gesehen haben, so hoffe ich doch immer noch daß sie sie uns bringen wird. Hans wird gewiß durch den Tod seines Vaters jetzt vielmehr an Geschäft u. Haus gebunden sein. Er bezieht schon Anfang May das elterliche Haus weil seine Mut= ter durchaus nicht länger darin wohnen bleiben wollte, es ist ihr zu leer u. zu schmerzlich noch darin zu sein. Ida war sehr unglücklich in die [Böhmkes?]= straße zu müssen, obgleich sie sehr vernünftig darüber schreibt u. den besten Willen sich darein zu finden, so merkt man doch gar sehr durch ihre Briefe hindurch wie schwer es ihr wird in die Stadt ziehen zu müssen. Ich habe ihr sehr zugeredet das
