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mir im Sommer geschrieben hat sie hätte ei= nen sehr lieben Brief von Dir erhalten. Mit Lina's Augen scheint es doch jetzt besser zu gehen, sie hat mir kürzlich einen langen Brief geschrieben u. klagte darin nicht über die Augen. Das Abschneiden der Haare scheint wirklich eine Besserung hervorgebracht zu haben. Emma hat endlich zwei gute Dienst= leute bekommen nachdem sie unbeschreib= liche Noth überstanden hat. Wagner war in Dorpat gewesen um sich etwas aufzu= frischen. Bei Buflebs bleibt es immer dasselbe Leiden, manches hat sich wohl durch den Gebrauch der Heilgymnastik gebes= sert, er kann wieder gehen ohne umzufal= lein, was wie die Aerzte sagen vom Gehirn u. Rückenmark ausging, auch hat die Lähmung der linken Seite sich gebessert aber die Schwäche ist doch recht groß u. das Unterleibsleiden bleibt immer dasselbe u. nimmt wohl mehr zu wie ab. Den Vater griff die Reise so sehr an daß ich schon den ersten Tag die Hoffnung auch noch Ida besuchen zu können aufgeben musste was mir sehr leid that, aber ich glaube sie hätten mit den Kindern die Reise leichter überstehen können wie wir. Am 19ten Oktober kamen wir zurück, der Vater so angegriffen u.
[text on top of page 1, written upside down:] elend daß ich mich sehr um ihn ängstigte, erst nach einigen Tagen besserte sich sein abgespannter Zustand. Bei mir trat die Abspannung, nachdem ich beruhigter über ihn war ein, ich konnte mich gar nicht wieder erholen, heute fühle ich mich aber doch wieder wohler freilich noch sehr schwach. Nun, liebste Marie, kann ich aber nur noch die herzlichsten Grüße an Euch alle von uns hinzufügen. Möge Euch Gott behüten! Mit innigster Liebe Deine Mutter [/text on top of page 1, written upside down]
