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Gotha, den 27ten Oktober
Meine liebste Maria!
Da gerade heute Euer Hochzeittag ist, so will ich gleich meinen Brief damit be= ginnen Euch die besten Glückwünsche dazu zu senden, möge Gott Euch bis in's späte Al= ter glücklich vereint diesen Tag immer froh ver= leben lassen. Dein u. Lilian 's Brief erhielt ich in Osnabrück mir vieler Freude u. danke Euch beiden herzlich für dieselben. Lilian 's Brief hat mir viel Vergnügen gemacht, ich werde ihr ihn bald beantworten u. auch noch einmal buntes Papier schicken da ihr dieses so viel Vergnügen gemacht hat. Ob ich zu Weihnachten etwas werde schicken können weiß ich noch gar nicht, ich möchte es so gerne, aber es ist ja noch so unsicher mit der deutschen Schifffahrt u. noch weiß man nicht wann das anders wird. Die Schwester der Fr. Schreiber geht ja nun auch erst im Früh= jahr, auf die hatte ich meine Hoffnung
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ten solcher Strohsäcke geschafft. Ich bekam glücklicherweise 3 Stück mit Kopfkeil fer= tig zu kaufen u. gab noch 4 mit Heu gefüllte Kopfkissen dazu. Aber trostlos ist es daß dieser entsetzliche Krieg noch kein En= de nimmt, die Waffenstillstandsverhandlungen sind wieder abgebrochen, Frankreichs Ueber= muth u. Verblendung ist noch nicht gebro= chen. Nun aber muß ich Dir erst erzäh= len, liebe Maria, daß am 12ten Oktober der gute Vater u. ich unsere Reise nach Os= nabrück antraten u. den andern Mittag nachdem wir in Hanover übernachtet, dort ankamen. August erwartete uns auf den [sic] Bahnhof, er sah recht schmal aus, seine Frau fanden wir noch ziemlich ange= griffen. Der kleine Junge lag wie ein En= gelchen in seinem Bettchen, so wohl, so weiß u. rosig mit schönen dunkelblauen Augen u. so freundlich, ich kann nicht sagen was für ein liebliches Kind er ist. August war leider gerade durch die Anwesenheit eines Siemens'schen Ingenieurs der für's Werk gelieferte Gasöfen in Gang setzte, sehr beschäftigt, kam Abends 8 u. 9 Uhr erst vom Werk, nur den Sontag haben
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