http://germanletters.org/plugins/Dropbox/files/Taylor_0285_0002.jpg - image of
« previous page | next page » |
To rotate image, first hold down Alt and Shift keys, then drag with mouse or trackpad (Safari, Chrome & Edge only).
Current Page Transcription
[page 2, left-hand side of sheet 2]
einig ist u. alle deutschen Fürsten als deutsche Männer handeln. Deine lieben Zeilen vom 5ten J. habe ich gestern Abend erhalten, es war mir ein Trost daß sie noch mit einen [sic] deut= schen Schiff über Bremen kamen, daß giebt mir Hoffnung daß auch die Holsatia noch in Hamburg einlaufen wird. Wie sehr ich mich um Deine guten Schwiegereltern sorge wirst Du Dir wohl denken können, sie waren gleich mein erster Gedanke wie der Krieg zur Gewißheit wurde u. ich kann nicht sa= gen wie leid es mir thut daß sie es so un= glücklich in Deutschland treffen. Die Bahnen sind durch Militärzüge sehr besetzt, doch gehen zwischen durch noch Personenzüge, nur auf weite Entfernungen werden kei= ne Billets mehr ausgegeben. Sie werden wahr= scheinlich über Berlin reisen müssen, doch kann es ja sein daß die Passage über Harburg auch wieder frei wird, nur ist nicht darauf zu rechnen daß sie die Reise in einer Tur machen können. Wenn sie nur erst glücklich in Hamburg sind so sind sie ja fürs erste geborgen. Annie hat an den Onkel Bufleb
[page 3, right-hand side of sheet 2]
geschrieben u. diesen gebeten ihren Eltern den Reiseplan so zu machen daß sie den Konstanzer See berühren. Sie scheint nicht zu wissen daß der Onkel krank ist u. keine Ahnung von der Bewegung die in Deutsch= land herrscht zu haben. Der Brief kam vorgestern an. Auch von [Schank - Ring?] kam ein Brief an den Vater, er bit= tet für den Fall daß ihre Reise noch über Frankfurt gehen könnte, sie direkt nach seiner Wohnung fahren möchten u. bei ihm logiren sollten. Heute ist aller Personenverkehr bei uns eingestellt worden auf der Bahn, man sagt daß in 9 Tagen er wieder frei sein würde. Adolph Braun ist vorgestern zu seinen [sic] Regiment gegangen, dieses geht an die französische Grenze, seine Eltern sind natürlich sehr gedrückt. Wenn man die jungen Leute alle so fortziehen sieht, die ganze Woche sind unaufhör= lich Züge von ihnen an unsern [sic] Haus vorbei gekommen, so sticht es einen tief ins Herz daß die meisten von ihnen
