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Transcribe Page - Lina Hansen to Marie Taylor, July 23, 1870

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[page 1, right-hand side of sheet 1]

Gotha, den 23ten Juli 1870

Meine liebste Marie!

Durch die Zeitungen wirst Du schon erfahren haben was für ein schweres Schick= sal über unser armes Vaterland verhängt ist. Wie ich Dir vorige Woche schrieb erwähnte ich noch nichts von dieser drohenden Gefahr um Dich nicht in Sorge zu bringen, auch glaub= ten wir ja damals noch daß es nicht zum Kriege kommen würde. Daß er durch das fre= velhafte Benehmen der französischen Regie= rung so schnell zur Gewißheit wurde, hat uns natürlich alle in die größte Bestürzung versetzt, Schmerz u. Kummer ist auf allen Gesichtern zu lesen. Nur die Krieger zie= hen freudig u. voll Begeisterung für unse= re gerechte Sache in den Kampf für's Vater= land. Daß Nord- u. Süddeutschland geeint ge= gen den Feind ziehen ist ein gewaltiger Trost, es erhebt das Herz daß Deutschland

[page 4, left-hand side of sheet 1]

wohl nicht wiederkehren werden. Carl Repsold, Hans jüngster Bruder u. Johannes Gan= sel ist auch mit fort. Die Uebermacht ist be= deutend auf deutscher Seite, dazu die freu= dige Zuversicht für den Sieg einer gerech= ten Sache, möge Gott geben daß er uns wird! Ich bin tief ergriffen von dem Schicksal welches über unser armes Vaterland gekommen, aber ich bin gefasst u. erhalte mir die Hoffnung daß wir siegen u. der Kampf sich nicht tief nach Deutschland hereinziehen wird. Der gute Vater ist sehr angegriffen von all diesen Ereignis= sen, er ist innerlich so bewegt, wie ich ihn nie gesehen. Kümmere Dich nicht um meine Gesundheit, liebe Marie, es ist ja schlimm für mich daß ich so oft diese Schmerzen er= tragen muß, ich raffe mich ja aber doch immer wieder auf wenn sie vorüber sind u. die letzten Wochen sind sie doch weniger oft gekommen. Wenn ich nur eine Haushälte= rin hätte, so würde ich mich wohl mehr erholen aber trotz aller Bemühungen hat sich noch kei= ne gefunden. Der Onkel Bufleb ist in dieser Woche sehr schwach gewesen, die Bes= serung in voriger Woche hielt nicht an, es war

[text on top of page 1, written upside down] große Aufregung die wir für Besserung hiel= ten. Nun leb wohl, liebste Marie, beruhige Dich um uns u. auch um Deine Schwiegereltern mache Dir keinen Kummer, wir werden uns ihrer annehmen so viel wir können u. sie werden die Schweiz schon erreichen [/text on top of page 1, written upside down]

[text at bottom of page 1, written upside down] wenn auch etwas später erst. Daß Du krank gewesen thut mir sehr leid, dieses Kopfweh wird hoffent= [/text at bottom of page 1, written upside down]

[text at bottom of page 2, written upside down] lich nicht wiederkehren. Die herzlichsten Grüße von mir u. dem Vater an Dich u. Bayard u. unsrer [/text at bottom of page 2, written upside down]

[text at bottom of page 3, written upside down] lieben Lilian einen Kuß. Gott behüte Euch! Mit herzlicher Liebe Deine Mutter [/text at bottom of page 3, written upside down]

[text on top of page 3, written upside down] Tante Bufleb grüßt herzlich, die arme hat es recht schwer. [/text on top of page 3 written upside down]


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