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Gotha, Mai 12. 1870.
Madlung meine auch es würde ihr nichts nützen, Eger wäre besser für sie. Der gute Vater war noch recht elend durch seine Erkältung, am Osterfest war es so schlecht mit ihm daß mir ganz ängstlich um ihn war. Seit einigen Ta- gen geht es nun viel besser, die schreckliche Reizbarkeit hat endlich aufgehört, diese hängt immer mit körperlichen Leiden zusam- men das sich auf diese Weise äußert. An seinen Kräften merkt man doch sehr daß sie abgenommen haben. Er hat sich ein Gebiss machen lassen weil er glaubte sein Magen würde dadurch wieder mehr vertragen können, das sitzt aber oben nicht fest weil, wie Wolf- gang sagt der Oberkiefer zu sehr geschwunden ist u. da geht es mit dem Beißen viel schlech- ter wie ohne dasselbe. Die Geduld fehlt ihm noch sich daran zu gewöhnen u. alle sagen ja daß das erst nach einigen Wochen geschieht. Ich habe keine Hoffnung daß das Gebiss sei- nem Magen aufhilft, daß er so sehr wenig essen kann kommt ganz gewiß von seinem vielen Rauchen, Madlung sagt es immer daß er sich den größten Schaden damit thue. Nun haben wir auch ein so sehr kaltes Frühjahr was auf die Gesundheit einen schlechten Ein-
