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für sie gemacht obgleich mir das nicht leicht war denn meine Augen passen gar nicht mehr zu solche putzlichen Nähereien. Daß Du, liebe Marie, so lange Zeit unwohl warst, hat mir sehr leid gethan, es macht mir Sorge daß Du so oft leidend bist. Die schlechte Witterung die dort war hat gewiß dazu beigetragen daß Du Dich von der Erkältung nicht wieder erholen konntest, ich hoffe sehr daß es Dir, da der Übergang zum Winter nun überstan- den ist, besser geht. Dein lieber Mann ist ja sehr spät erst von seiner Cur zurückgekehrt, ich kann mir wohl denken daß die lange Zeit seiner Abwesenheit recht schwer für Dich ge- wesen ist. Hans Braun hat sehr befriedigt von seinem Besuch bei Euch geschrieben, daß er den Christabend in Philadelphia sitzen blieb, hat uns allen recht leid gethan. Er schrieb daß Euer Haus mehr ein kleines Schloß als ein Haus zu bezeichnen wäre. Seine Eltern haben sich sehr darüber gefreut daß es ihm so gut bei Euch gefallen hat. Meinen Brief vom 29ten Novemb. der mit demselben Schiff mit welchem Schreiber reiste, abgehen sollte, scheinst Du nicht er-
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halten zu haben, vielleicht ist er zu spät nach Hamburg gekommen um noch mit fortzugehen. Du hättest mir doch Deine Adresse in Neu-York schreiben sollen, liebe Marie, Du erhältst ja unsere Briefe doch um einige Tage später u. ich bin schon mehrmal darum gefragt wor- den. Ida u. Wilhelm bat mich schon im Novem- ber darum, sie haben, glaube ich, einen Neffen in Neu-York der Euch aufsuchen sollte. Diese letzte Woche hat sich des armen Bufleb's Zustand sehr verschlimmert, ich weiß nicht ob er einen neuen Schlaganfall gehabt oder ob sein Leiden in ein höheres Stadium getreten ist. Er kann nicht mehr allein gehen u. neigt sich auch wenn er sitzt unwillkürlich auf die linke Seite dabei ist der linke Arm ganz gelähmt. Die Schwäche ist sehr groß, er schläft viel, gestern u. heute fand ich ihn schlafend, wollte doch Gott geben daß er einmal so sanft einschlafen u. keine Kämpfe noch zu überstehen hätte. Er hat ja freilich schon oft gewechselt, Weihnachten glaubte ich nicht daß er das neue Jahr erleben würde u. dann ging es wieder viel besser, nur die schreckliche Unruhe bleibt sich gleich, aber jetzt scheint
