Eugen and Lisbeth Haas to Eugen Klee, November 24, 1920, p. 4 - image of
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bilden und als solche durch die Macht der Persönlichkeit Lehrer= stand und Schule und damit letzten Endes unser Vaterland weiter bringen; mit andren Worten der Volkserzieher muß vom Karten- und Biertisch restlos verschwinden und von einer höheren Warte aus auf allen möglichen Wogen (Vorträgen, Elternabende, Zeitungen und vor allem durch Tüchtigkeit in der Schule) das Volk zu sich heraufziehen. Den= jenigen aber, die als Partei und Klerisei nach der Schule greifen wollen, wird auf die Finger geklopft. Die Schule muß heraus aus dem schlimmsten deutschen Übel, dem deutschen Gezänk – sie gehört nur dem deutschen Kinde und seinem Anwalt – dem deutschen Lehrer. Diese Aufgabe, die mir geworden, das alles zu wecken, zu organisieren ist groß und schön. Es ist Arbeit; aber Arbeit ist Leben. Ich gehe mit Freude an meine Berufung mich des Vertrauens würdig zu erweisen. Im edlen Streben nach Menschenerziehung will ich Dir, lieber Onkel, als meinem Vorbild nacheifern. Mögen meine ge= sundheitlichen Kräfte dem gewachsen sein!
Weihnachten und Neujahr kommen näher. Ich hoffe, daß dieser Brief um jene Zeit bei Euch eintrifft und so nehmt Ihr beiden Lieben unsere herzinnigsten Wünsche entgegen.
