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Jetzt kann man doch wenigstens leben und hat die Not hoffentlich ein Ende. Schlecht genug ist's uns manchmal ge= gangen und die Tausenmarkanweisung, die wir mit herzinnigem Dank in Empfang genommen haben, steht jetzt als Nahrungs= reserve - wenns ja nicht ausreicht - bis zum großen Gehaltstag im Hinterhalt. Diese verzehrende und nagende Sorge ist doch jetzt weg und, Ihr Lieben, ich kann Euch nicht sagen, wie Ihr mich freier ausatmen gemacht habt. Seit einem Jahre, seitdem wir den Krieg am härtesten spüren, wars nur ein von der Hand in den Mund leben. Was unsere "Herrn" sich eben wieder leisten, werdet Ihr in Euren Zeitungen lesen. Die haben noch mehr "Schiß wie Vater= landsliebe". Wir selbst haben z.Zt. "große Hoffnungen". Denn es wird anders und muß jede Suppe erst geblasen werden, ehe sie gelöffelt wird. Am heutigen Tage steht die ganze Pfalz im General= streik gegen die Gewaltherrschaft. Siehe Beilage! Nach einem beiliegenden Artikel will auch England einen andern Kurs einschlagen. Ich habe die feste Hoffnung, daß die Stunde kommt, in der sich eine andere Konstellation ergibt zum Heile des armen, unglück= lichen deutschen Volkes. So kann es nicht weiter gehen. Doch es ist ein Hoffen auf bessere Zeiten - wann werden sie kommen? Ein Herz, ein Volk, ein Vaterland!
