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Knittelsheim, 19 Juni 1920 beendet u. zur Post gegeben 22. VI. 1920.
Ihr Lieben!
Euern lieben Brief vom 20. Mai 1920 haben wir in Be= sitz und wie versetzte uns sein Inhalt in Erstaunen. Ja aber, Ihr Lieben, das ist aber des Guten doch zuviel. Nur große, edele Menschen können solche Gaben darbringen, wie Ihr es tut. Lisabeth und ich lasen gemeinsam die Aufstellung und das Inhaltsver= zeichnis der Lebensmittelkiste; ich konnte es vor innerer Überwältigung nicht zu Ende bringen und Lisabeth las alles zu Ende mit Tränen. Sagen konnten wir nichts als nur das Eine: das ist zu viel! Was sind da unsere Dankesworte gegen solche fürstlichen Geschenke, wie Ihr sie uns immer darbringt - wie sollen, wie können wir das danken. Bei uns pflegt man zu sagen: "Vergelts Gott!" Menschen beten zu ihm; daß er guten Menschen Gutes tun möge für irgend eine edle Tat. Ich fasse den Gott, zu dem die Menschen flehen, anders auf, wie man es im gewöhnlichen Sinne tut. Jeder Mensch hat seine Gottheit in sich selbst, gleich ob er lutherisch, katholisch, unirt oder durch [insertion:]irgend[/insertion ] eine religiöse Vermittelungsgesellschaft zu ihm kommt - und diese Gottähnlichkeit im Menschen zeigt sich durch sein
