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Transcribe Page - Lenchen Berdel to Eugen Klee, November 22, 1919

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Lenchen Berdel to Eugen Klee, November 22, 1919, p. 6 and p. 7 - image of

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[page 6 left]

Am 14. ds. haben wir in kleinem Verwandten= kreise & intimsten Freunden Großmütterchens 70. Geburtstags gefeiert. In hervorragender geistiger Frische & nimmermüder Ar= beitskraft ist sie heute noch das Urbild einer echt deutschen Frau. Sie besitzt heute noch dieselben munteren Füße & Hände, dieselben roten Backen, denselben Geist & Humor, wie Du sie von früher kennst. Sie ist meiner Schwester eine unbezahl= bare Stütze in Haus & Hof, sogar in meiner schweren Zeit war sie nicht zu bewegen mir beizustehen & von ihrem altgewohnten Arbeitsfelde zu lassen.

Mit großem Interesse haben wir von den Inhalt der mitgesanden Zeitungsausschnitte Kenntniß genommen & freuen uns über das hochherzige Bestreben der Deutsch= amerikaner, ihren leidenden Mit=

[page 7 right]

menschen so tapfer beistehen zu wollen. Neid, Haß & Mißgunst der Völker muß wieder vollständig verschwinden & alle früheren Verbindungen, geschäftliche oder gesellschaftliche, müssen wieder in alte Bahnen geleitet werden. Wir Älteren werden dies ja wohl nicht mehr erleben, jetzt vorläufig ist Hilfe & Unterstützung überall von Nöten & jedes Menschen Pflicht wäre es, helfend einzugreifen, soweit es Kräfte und Umstände erlauben. Wir selbst leben fleißig, äußerst genügsam & sparsam in der üblen Misere weiter und suchen durch kleine Gegenseitige Aufmerksamkeiten diesem Leben noch schöne Seiten abzugewinnen. Hauptsache ist, wir haben unseren lieben sorg= enden Vater wieder & bleiben hoffentlich noch einige Jahre gesund, daß wir den großen Verlust wieder auswetzen können


[page 6 left]

Am 14. ds. haben wir in kleinem Verwandten= kreise & intimsten Freunden Grossmütterchens 70. Geburtstags gefeiert. In hervorragender geistiger Frische & nimmermüder Ar= beitskraft ist sie heute noch das Urbild einer echt deutschen Frau. Sie besitzt heute nich dieselben munteren Füße & Hände, dieselben roten Backen, denselben Geist & Humor, wie du sie von früher kennst. Sie ist meiner Schwester eine unbezahl= bare Stütze in Haus & Hof, sogar in meiner schweren Zeit war sie nicht zu bewegen mir beizustehen & von ihrem altgewohnten Arbeitsfelde zu lassen.

Mit grossem Interesse haben wir von den Inhalt der mitgesanden Zeitungsausschnitte Kenntniss genommen & freuen uns über das hochherzige Bestreben der deutsch= amerikaner, ihren leidenden Mit=

[page 7 right]

menschen so tapfer beistehen zu wollen. Neid, Hass & Misgunst der Völker muss wieder vollständig verschwinden & alle früheren Verbindungen, geschäftliche oder gesellschaftliche, müssen wider in alte Bahnen geleitet werden. Wir älteren werden dies ja wohl nicht mehr erleben, jetzt vorläufig ist Hilfe & Unterstützung über all von Nöten & jedes Menschen Pflicht wäre es, helfend einzugreifen, soweit es Kräfte und Umstände erlauben. Wir selbst leben fleißig, äusserst genügsam & sparsam in der üblen Misere weiter und suchen durch kleine Gegenseitige Aufmerksamkeiten diesem Leben noch schöne Seiten abzugewinnen. Hauptsache ist, wir haben unseren lieben sorg= enden Vater wieder & bleiben hoffentlich noch einige Jahre gesund, dass wir den großen Verlust wieder auswetzen können


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