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Transcribe Page - Lenchen Berdel to Eugen Klee, August 6, 1919

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Lenchen Berdel to Eugen Klee, August 6, 1919, p. 10 and p. 11 - image of

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[page 10:]

um mich frug niemand ─ niemand ─ in all den schweren Tagen & Lebensfragen. Bei niemand auf der ganzen Welt habe ich zu danken für empfangenen Trost & Hilfe! Unsere Kinder sind groß geworden. Tildy= chen, ein schönes schlankes, deutsches Mädchen, mit lebensfrohen, großen braunen Augen, vollen, roten Lippen & üppigem, kastanien= braunem Haar ist unser aller Sonnen= schein & 18 1/2 Jahre. Seit 1 1/2 Jhr. besucht sie in Klautern das Konservatorium, hat aber leider noch gar nichts von Welt & Menschen kennen gelernt. Kommendes Frühjahr geben wir sie, trotz der bösen Ver- hältnisse, in ein Pensionat. Von mir hat sie wohl alles gelernt & verspricht eine tüchtige Hausfrau zu werden, aber ihre

[page 11:]

Bildung soll doch weitergehen. In einem guten feinen Pensionat habe ich die Gewißheit, daß meinem Kinde nichts unedles widerfährt, das ihren reinen Kindersinn trübt. Denn trotz ihres Alters ist sie noch ein reines Kind ─ gottlob! Karl ist ein strammer fester Bursche von 15 Jhr. & in der Realschule. Möchte Ingenieur werden. Wie freut es uns, daß es Dir so gut geht & Du mit Deinem lieben Frauchen ein glückliches, heiteres, sorgenfreies Leben führen kannst. Lebe nur Deiner Ge= sundheit & laß Dich von Deinem künst= lerischen Ehrgeiz nicht unterkriegen, wir wollen ein freudiges gesundes Wiedersehen feiern; hoffentlich hat sich


[page 10:] um mich frug niemand - niemand - in all den schweren Tagen & Lebensfragen. Bei niemand auf der ganzen Welt habe ich zu danken für empfangenen Trost & Hilfe! Unsere Kinder sind groß geworden. Tildg- chen, ein schönes schlankes, deutsches Mädchen, mit lebensfrohen, großen braunen Augen, vollen, roten Lippen & üppigen, kastanien- braunem Haar ist unser aller Sonnen- schein & 18 1/2 Jahre. Seit 1 1/2 Jhr. besucht sie in Klautern das Konservatorium, hat aber leider noch gar nichts von Welt & Menschen kennen gelernt. Kommendes Frühjahr geben wir sie, trotz der bösen Ver- hältnisse, in ein Pensionat. Von mir hat sie wohl alles gelernt & verspricht eine tüchtige Hausfrau zu werden, aber ihre [end page]

[page 11:] Bildung soll doch weitergehen. In einem guten fairen Pensionat habe ich die Gewißheit, daß meinem Kinde nichts unedles widerfährt, dasa ihren reinen Kindersinn trübt. Denn trotz ihres Alters ist sie noch ein reines Kind - gottlob! Karl ist ein strammer fester Bursche von 15 Jhr. & in der Realschule. Möchte Ingenieur werden. Wir freut es uns, daß es dir so gut geht & du mit deinem lieben Frauchen ein glückliches, heiteres, sorgenfreies Leben führen kannst. Lebe nur deiner Ge- sundheit & laß dich von deinem künst lerischen Ehrgeiz nicht unterkriegen, wir wollen ein freudiges gesundes Wiedersehen feiern; hoffentlich hat sich [end page]


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