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[roman:] Callbach [/roman], den 10 Dezember 1902.
Mein lieber Eugen!
Erst heute is es mir möglich, deinen lieben Brief vom 7. vorigen Monats zu beantworten. Ich kann dir heute recht gute Nachricht von Eugen- chen mitteilen. Sein Zustand hast sich bedeutend gebessert und er entwickelt einen gesunden Appetit; er sieht wieder frisch und munter aus. Vorläufig behalte ich ihn zu haus. Ich unterrichte ihn in den Elementarfächern, in Klavier- u. Violinspiel. Wie es weiter wird, muß ich getrost der Zukunft überlassen. Ich thue in jeder Beziehung meine Pflicht und Schuldigkeit. Wie schwer die Sorge auf mir lastet, wirst du dir leicht denken können. An mich darf ich nicht denken, sondern muß im- mer in bangen Sorgen um andere leben. Mein Zustand ist erträglich, nur befürchte ich, daß
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