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Transcribe Page - Caroline Emmel to Karl Emmel, July 30, 1945

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Caroline Emmel to Karl Emmel, July 30, 1945, p. 1 - image of

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1)

Wiesbaden d. 30. 7. 45.

Ihr Lieben Alle!

Nach langer schwerer Zeit erhielten wir wieder einmal Nachricht voneinander. Vor 2 Wochen kam zuerst Joans Brief mit dem Bildchen u. letzte Woche Margies Brief. Ersterer wurde uns von Augsburg gebracht u. der Zweite von Heidelberg. Wir haben uns sehr gefreut, daß auch Euch der liebe Gott die Jahre so gnädig behütet hat u. Ihr Alle vom Krieg nicht betroffen worden seid. Die Kinder sind groß geworden, Johanna brachte den Brief mit aus dem Geschäft u. zeigte mir das Bildchen, Paul erkannte ich gleich u. dann erst die andern. Von Willys kleinem Sohn wußten wir durch Hedwigs Leute, sie erhielten voriges Jahr Nachricht durch das rote Kreuz. Die liebe Tante Käthe ist auch heimgegangen, ihr ist es wohl nach so langer Zeit der Schwäche u. Leiden. Der Trebuse Onkel hatte dasselbe Leiden, er ist vorigen Monat 80jährig gestorben. Jetzt will ich nun von uns berichten. Wir haben alles Schwere überlebt u. sind gesund. Vater geht 3 Jahre arbeiten in die Schreinerei Rau in die Hellmundstraße. Es geht ihm gesundheitlich gut ist aber alt geworden, auch hört er nicht mehr sehr gut u. doch ist es gut daß er Beschäftigung hat, denn die Zeit geht besser herum. Johanna war 4 Jahre bei Finks im Haushalt u. jetzt ist sie schon 4 Jahre im Geschäft, da gefällt es ihr gut, sie hatten auch bis jetzt immernoch [sic] Schuhe zu verkaufen. Eben ist es ja nicht besonders doch hoffen wir daß es sich bessert. Sie hat auch dort ganz guten Verdienst. Ich bin wie immer im Haushalt beschäftigt. Natürlich zu backen u. braten brauch ich nichts mehr, wir haben kein Gas u. keine Kohlen Seid [sic] dem 2 Februar wo Wiesbaden in Trümmer ging ist vieles anders geworden. Die Leute müssen ihr Holz zum Kochen sich im Wald holen, viele haben auch schon große Haufen in den Höfen sitzten [sic], auch wird das Holz von den zertrümmerten Häusern alles geholt u. verbrannt. Wir haben im Walde noch nichts holen können denn dazu brauch [sic] man einen Wagen u. den haben wir nicht, wir holen uns in Finks die leeren Pappschachteln zum Kochen da kommen wir als etwas weiter. Zum Winter hoffen wir ja auf Zuteilung von Holz. Der Engländer hat das Ruhrgebiet mit der Kohle u. der Franzose die Saarkohlen. Wie es damit [illegible, text cut off]


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