Caroline and Wilhelm Emmel to Karl Emmel, November 14, 1939, p. 1 - image of
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Wiesbaden, d 14. 11. 39
Ihr Werte Lieben!
Euren lieben Brief von 2 Okt haben wir mit am Samstag früh erhalten u haben uns sehr gefreut als wieder ein Zeichen von Euch zu erhalten. Der Brief war etwas über 5 Wochen unterwegs, kam unversehrt in unsere Hände u konnten daraus ersehen, daß es Euch soweit noch alle gut geht. Von uns kann ich heute daselbe [sic] berichten es geht uns noch Gott sei Dank gut. Die Ma hat einen kleinen Schnupfen, welcher schon im abflauen ist, auch in dieser Jahreszeit gang u gäbe ist. Unsere Karten werden unterdessen bei Euch auch angekommen [insertion:] sein [/insertion] und verraten, daß wir als noch unter den Lebenden sind. Die 8 - 10 tägige Post ist jetzt vorbei, man muß schon zum wenigstens damit rechnen, daß ein Brief 4 Wochen läuft Wie wir schon schrieben geht der Weg über Italien, da in der Nordsee dicke Luft ist, So schlecht wie 14 sind wir doch nicht dran. Nach Rom gibt es verschiedene Wege, u alle Ausgänge konnte uns jetzt der Engländer nicht sperren. Das Glück be= sitzt er heute nicht mehr wie damals. Die andern Völker sind unterdessen auch schlauer geworden u wissen heute wo eigentlich der Störenfried sitzt. Auch wissen dieselben, daß sie sich schon immer für die Engländer geschlagen haben, die die Dummen waren, die Seeräuber die alleinige Nutznieser [sic]. Der Krieg mit Polen den auch diese Herren angezettelt haben war bald zu unsern Gunsten erledigt, mit so einer raschen Erledigung hatten dieselben nicht gerechnet. Von diesem Feldzug haben wir wenig gemerkt. Wie man hört haben die Ostpreußen
[margin:] Hermann Müller Idstein Paul's Bruder ist auch gleich fort, 2 Wochen zurück war er in Urlaub auch [crease in paper] . Die Steedener sind noch alle zu Hause. Prätorius Jungens auch noch. Auf Wieder [text cut off] [/margin]
