Caroline and Wilhelm Emmel to Karl Emmel, August 10, 1939, p. 4 - image of
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So Ihr Lieben nun will ich dann auch noch etwas von mir hören lassen.
Für Karls Brief danke ich Ihm auch noch u. über die Bildchen haben
wir uns alle sehr gefreut. Die Kinder sind groß geworden in den
2 Jahren, seit wir sie zuletzt sahen. Ja so geht die Zeit herum u. wir
werden alt. Vater ist das letzte Jahr schmal geworden, so daß ihm
seine Kleider alle zu weit sind, aber das Essen schmeckt ihm ja noch, da
denke ich daß es das Alter ist. Eben sind hier die Bauern auch an der
Ernte, aber das Wetter war bis jetzt nicht günstig es regnete sehr
viel u. man markt schon daß der Sommer bald herum ist. Dieses
Jahr ist es mit dem Obst etwas besser als voriges Jahr, ich habe
auch schon Marmelade u. Gelee gekocht, auch sonst als etwas ein=
gemacht, doch ist hier alles sehr teuer. Erdbeeren von 35 - 50 Pfg das
Pfund u. Kirschen auch 40 Pfg u. s. w. Der Zucker kostet auch 40 Pfg das
Pfund. Gemüse gibt es eben reichlich. Vater schrieb Dir lieber Karl daß wir
von Nordenstadt die 600 Mark bekommen haben. Jetzt hat Wilhelm die
ganze Wirtschaft übernommen man kann sagen gepachtet. Die Alten
erhalten Essen u. Trinken u. jeden Monat 20 Mark Taschengeld, alles
andere macht Wilhelm u. seine Frau diese bezahlen dann auch die
Zinsen u. Abtragung von den Schulden welche noch übrig sind. Gretchen
sprach mit Vater sie denkt bestimmt daß sie alles bezahlen können.
Natürlich müssen sie anders arbeiten u. zusammen halten wie es der
Alte machte. Für uns u. auch alle andern Gläubiger war es ein Glücksfall
daß die zwei Morgen Land verkauft werden konnten. Jetzt lieber Karl
gratuliere ich u. auch Johanna Dir auch recht herzlich zu Deinem Geburts=
tage, u. wünsche Dir alles Gute u. Gottessegen zu Deinem ferneren
Leben. Der liebe Gott erhalte Dich immer auf seinen Wegen, dann
[illegible] Dir wohlergehen [sic]. Ich habe auch Morgen Geburtstag, es geht mir
[illegible, text cut off]
