Caroline and Wilhelm Emmel to Karl Emmel, December 8, 1938, p. 1 - image of
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Wiesbaden, d. 8. 12. 38
Meine Lieben Alle!
Lieber Karl Deinen l. Brief v. 10 Nov haben wir mit vielem
Dank erhalten. Ende voriger Woche, ich glaube es war am Samstag
früh als uns die Post das Originalstück brachte. Es hat [insertion:] uns [/insertion] ganz besonders
uns gefreut darinnen fest zustellen [sic], wenigstens das Quantum an
Inhalt verrät, daß Du wieder auf der Höhe bist. Weiter konnte
ich sehen, daß dein ganzer Anhang noch munter ist was ich [insertion:] Euch [/insertion] herzlich
gönne. Gleich konnte ich Dir nicht antworten mußt Dich zufrieden
geben, daß die Sache sich um wenige Tage verzögert hat. Das ist
der sechste Brief der heute von uns los gelassen wird nach drüben.
Deßhalb kann ich Dir gleich verraten, daß ich mich zu 10 Seiten
nicht versteige und sehe es schon als Leistung, wenn 4 Seiten mit
deutschen Buchstaben bemalt sind. Man wird ganz dößig [sic] wenn
man dran denkt, daß jeder was gescheites geschrieben soll haben.
Weiter konnte ich feststellen daß Du jetzt nach 13 jährigem dort sein
den Ort ausgefunden hast wann man eine gute Eßkartoffel
bekommen kann. Schade, daß Du mich früher nicht beglücken konntest.
Noch was nicht ist kann noch werden. Hier hat man [insertion:] es [/insertion] doch leichter
auf diese Art eine gute Kartoffel läßt sich leicht finden und hat für
dieses Zeug auch noch Verwendung. Neulich habe ich in der Abendschule
gelesen, daß eine [Pfarrers Wttw.?] dieselbe sogar das Brot der Armen
nennt. Das freut mich, daß es auch dort noch Leute gibt, die [insertion:] die [/insertion] Sache
richtig einzuschätzen. Daß Ihr das Neueste von hier gewahr
werdet, konnte ich aus Deinem [insertion:] Brief [/insertion] auch feststellen, habe nichts hinzufügen [sic]
nehme an, daß Ihr diesmal nicht belogen wurdet, darum ärgere
Dich nicht, wenn es Wahrheit war. Auch ich bin der Meinung
