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Transcribe Page - Caroline Emmel and Wilhelm Emmel to Karl Emmel, November 3, 1938

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Caroline and Wilhelm Emmel to Karl Emmel, November 3, 1938, p. 5 - image of

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Ihr Lieben Alle!

Am letzten Samstag erhielten wir Morgens Margies Brief u. Abends den Deinen Karl. Sie waren eine Woche voneinander geschrieben. Aus Margies Brief sahen wir nun daß Du lieber Karl sehr krank warst, es aber Gott sei Dank, Dir schon wieder besser ging. Jedes Wort konnte ich wohl nicht verstehen, deshalb ging ich Mittags zu Johanna damit sie ihn lesen konnte u. als ich dann heim kam war dann auch der andere Brief da. Ja lieber Karl so geht es, den Tag ist man noch gesund u. den Anderen kann man schon gestorben sein. Wenn man dann wieder gesund wird darf man das Danken nicht vergessen u. muß sich dann auch sagen daß einem der liebe Gott damit zeigen will wie nichtig alles Irdische ist u. daß unser Ziel immer die ewige Heimat sein soll. Darum wollen wir immer bitten daß uns der liebe Gott erhält bei seinem Wort u. Glauben bis an unser Ende, wenn wir uns immer im Glauben auf Gott verlassen dann können wir getrost in die Zu= kunft sehen. Das ist auch mein Trost immer wenn man hier sieht wie der Unglauben u. die Verspottung alles Göttlichen so überhand nimmt. Wie wäre es mir geworden wenn es Krieg gegeben hätte u. unsere Führer nur auf ihre Kraft vertrauen, ich meine dann kann doch nichts gelingen. Gewiß wir sind noch einmal verschont worden, ob es aber noch einmal so gelingt ist fraglich. Was waren das nur für schwere Tage. Hier war schon alles Militär fort, es war keine Begeisterung für den Krieg, es war alles so still u. ruhig, ein Teil der Leute traute Hitler förmlich göttliche Macht zu, die Andern sahen schon unsern Unter= gang viele kauften Gasmasken u. auch schon Lebensmittel. In den Kasernen sollen sich traurige Zwischenfälle abgespielt haben. Es waren viele Reservisten schon vorher eingezogen worden, als es nun lautbar wurde die Soldaten gehen schon fort stürmten die Angehörigen die Kasernen, den Jammer kann man sich denken. Die Offiziere ließen nun die Zivilbevölkerung ent= fernen u. die Kasernen abschließen u. Nachts wurden sie dann alle in Lastautos fortgeschafft. Hier heißt es jetzt immer Du mußt mit allem [line missing, cut off]


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