Caroline and Wilhelm Emmel to Karl Emmel, November 3, 1938, p. 1 - image of
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Wiesbaden, den 3 Nov. 1938.
Ihr Lieben Alle!
Lieber Karl ich dachte, noch die letzten Tage im Okt. ein Zeichen von Dir zu bekommen, aber alles Hoffen u Warten war vergebens. Gestern kam mir Dein letzter Brief datiert von 7. Sep. in Händen, wo ich sah, daß es bald 2 Monate her ist, daß Du geschrieben hast. Die Mutter hat Dir doch gleich Antwort gegeben, wenn Du Deiner Pflichten gesorgt hättest wäre vor 14 Tagen ein Brief von Dir gekommen. Wie Mutter Dir schon mitteilte, war ich volle 14 Tage in Steeden u half tüchtig Kartoffeln aus machen. Das Wetter war damals auch sehr schön wie im Sommer, von früh bis Abends Sonnenschein. Die Kartoffeln sind dieses Jahr wieder sehr gut ausgefallen, noch besser als das Vorletzte. Auf gute Äcker 1/2 Morgen oder 50 [?] stück gab es 75 - 80 Säcke voll. Dieses Nahrungsmittel hat das deutsche Volk reichlich u gut, besser wie drüben. Wir haben von Steeden auch 6 Zentner eingekellert. Im Geschmack u Güte ausgezeichnet, Industrie heißt die Sorte bekannt noch von früher, darf aber nicht von [insertion:] dem [/insertion] Jahr 40 ab mehr gepflanzt werden, da diese Sorte nicht Krebsfrei ist. Auch haben hier die Kartoffelzüchter gegen den Kartoffelkäfer zu kämpfen. In Frankreich sei er schon überall, u sei dort von Amerika eingeschleppt. In Deutschland würde er auch schon gefunden, deshalb werden schon Tage angesetzt, wo die Äcker abgesucht müssen werden, bis jetzt hat man denselben, wenigstens hier herum einzeln gefunden, man will ihn ganz energisch bekämpfen. Ob man Erfolg hat steht [illegible, text cut off], da man festgestellt [insertion:] hat [/insertion], wie schnell u reichlich
