Caroline and Wilhelm Emmel to Karl Emmel, August 18, 1938, p. 1 - image of
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Wiesbaden, den 18 Aug. 1938
Ihr Lieben Alle
Karl Deinen l. Brief haben wir zirka 10 Tage zurück mit vielem
Dank erhalten. Wir sahen daraus daraus, daß es Euch noch gut geht u.
erkennen daßselbe immer dankbar an. Heute möchte ich nun Dir
zunächst zu Deinem Geburtstag gratulieren u. sende Dir die be=
sten Wünsche u. Gottes reichsten Segen für das fernere Leben.
Mutter Geburtstag haben wir Gott sei Dank als wieder bei recht
guter Gesundheit erleben u feiern dürfen. Es hatten sich alle
alle Verwandten von drüben 2 Tage vorher durch die Post hören
laßen, worüber wir ganz überrascht waren. Da hatten wir vielen
Spaß, wie die Post zugleich von Allen zusammen an kam. Emmels
Büll Müller u. Familie, Minna Müller, Margret von [?] hatten
sich brieflich eingefunden. Unsere Johanna war auch an diesem Tag
Tag [sic] zu Hause, da Albert Fink nebst Familie im Odenwald in Ferien
waren. Diese wollten 14 Tage dort bleiben, kamen nach 8 Tagen
aber schon zurück, wegen dem starken Regenwetter, das vorige
Woche einsetzte. Die Ernte welche dieses Jahr wieder [sic] Erwarten
sehr gut ausfiel ist noch nicht beendet. Ende Juli bis 8 August
hatten wir sehr schön heißes Erntewetter 90 - 100 Grad im Schatten,
so daß auch der schwitzte der Arbeit sah. Auf die Hitze folgte eine
starke Abkühlung mit voran gegangene schwere Gewitter wo es
Tage gab mit 24 Stunden Regenwetter. Die Folge ist, daß die
Frucht die hier noch mehrstens draußen ist in Haufen zusammen
stand fast alle durchgewaschen ist. Gestern ging ich über Klarental
am Hofgut vorbei wo zirka 20 Morgen Hafer in [Haufen?] gestellt
