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Wiesbaden, d. 20 April. 1938
Meine Lieben!
Karl Dein lieber Brief v. 16 März hat uns noch in Steeden an=
getroffen, da unser Umzug nach hier sich um mehrere Tage ver=
zögerte. Die Wohnung sollte erst in Ordnung gebracht werden,
was uns gleich seinerseit [sic] bei der Vermietung gesagt wurde. Der
alte Mieter konnte auch erst am 2ten April räumen, so daß auch nicht
eher der Tüncher anfangen konnte. Fräulein Besier schrieb uns
am 30 März eine Karte wo sie uns mitteilte, daß sie dächte, die
Wohnung sei Mittwoch den 6 April Bezugsfertig. Unterdessen
setzte ich mich mit einer Spedition Namens Gardemann in Limburg
in Verbindung, der unsere Sachen nach Wiesb. bringen sollte. Unsere
Kisten waren ziemlich gebrechlich u. konnte es nicht wagen in diesem
Zustande mit der Bahn zu schicken. Dann hatten wir Gelegenheit uns
so verschiedenes zu besorgen, ein gutes Stück vom geschlachteten Schwein,
Eier, Kartoffeln eingemachtes aller Art wie Gelee, Apfelbrei, getrock=
nete Apfelschnitze, Latwerg u. vieles mehr. Der letzte Sonntag war [sic]
wir in Ennerich u. bei dem Weggehen sagte Tante ich werde Euch nächsten
Dienstag versch. hinüber schicken mit dem Mann der die Milch in Steeden
abholt u. zur Molkerei Schuppbach bringt. Den Morgen als Ernst seine
Milch ablieferte gab ihm der Fahrer eine ganze Mahne voll
versch. Art an Lebensmittel. Es lag ein Brief bei von Tante, wo uns
sie schrieb, daß sie noch reichlich hätte u sie dies uns gut über=
lassen könnte bestehend aus Apfelmus getrock. Schnitzen Mehl u. s. w.
Auch übergebe sie uns wieder mit vieler Freude Karls Gesellenstück
das ihr sehr vie gute Dienste geleistet hätte u sie somit unserer
wieder Verfügung überlassen u einen Fußschemel der ihm damals übergeben
