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war er auch. Natürlich sind sie furchtbar aneinander geraden [sic] u.
es war so daß Vater abziehen konnte u. sich dann tüchtig ärgerte
daß er hingegangen war. Die Entschuldigung ist jetzt durchgeführt.
Wir erhalten einen Band von 540 Mark u. einen anderen Teil
muß er mit 4 1/2 % verzinsen 52 Jahre lang. Bis dahin tut uns
kein Zahn mehr wehe. Hier in Steeden hat sich nicht viel verändert
u. doch auch wieder. Wie es früher war weißt Du Karl ja auch. Da
war doch überall Wohlhabenheit, u. wie ist es jetzt! Die Leute
schuften von Morgens bis Abends bei einem so geringen Essen
daß Ihr Euch sehr umgucken würdet. Die Bauern bekommen ja
Butter, aber den anderen Leuten steht nur 1/4 lb zu wöchentlich. Öl
gibt es als einmal 1/2 Schoppen. Das andere Fett ist für die armen
Leute wie Margarine. Kernseife zum Waschen gibt es fast nicht mehr
man soll alles mit chemischen Mitteln machen. Das Brot sieht wieder
so aus fast wie im Kriege. Das weiße Mehl ist ganz gelb mit Mais ge=
mischt, u. so vieles andere. Wollstoffe sind auch rar u. sehr teuer. Das Buchen=
holz die Stämme werden zu Stoffen verwandt. Gebaut wird dieses
Jahr hier nicht, deshalb gibt es auch hier keine Wohnungen. Wir sind ja
froh daß wir hier unterkommen konnten, wenn wir aber in Wiesbaden
eine kleine billige Wohnung bekommen könnten würden wir lieber
dort wohnen. Wie es wird müssen wir dem lieben Gott befehlen, denn
Er weiß am besten was uns gut u. heilsam ist. Als Vater den
Wiesbadener Pfr. besuchte deutete er ihm an er wollte die Synode um
eine Gefälligkeit angehen, da sagte dieser das sei ganz ausgeschlossen.
Ein andermal schreibe ich Dir einmal näheres darüber. Ich bin ja ganz
gut beschäftigt ich habe das Kochen übernommen, da weiß man
doch jeden Tag was man tun soll, neben im Zimmer schlafen wir
u. heizen uns auch. In Ennerich waren wir auch Onkel hat keine Arbeit
da es kein Eisen gibt, oder nur sehr wenig. Der liebe Gott wolle alles
zum Guten wenden. Er wolle auch Euch behüten, vergeßt Ihn nur nicht.
Denn auf den wollten wir uns verlassen? Viele herzliche Grüße an Euch
nebst den Kindern
Euere Mutter.
Die Bildchen haben uns gefreut ich denke oft an Euch Alle.
