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Steeden d. 23. 10. 37.
Ihr Lieben Alle!
Vorige Woche erhielten wir Euere lieben Briefe, vielen Dank dafür.
Bei Euch geht es noch gut, was auch bei uns der Fall ist. Unsere
Verwandten sind alle im Feld. Johanna ist beim nähen, hier brauch [sic]
man doch wärmere Kleider als bei Euch, da hier nicht alles so ge=
heizt werden kann. Die Witterung ist schön ziemlich trocken, doch
Morgens viel Nebel, welcher bis Mittag dauert. Vater ist heute
nach Weilburg zu dem Finanzamt. Als wir von Frankfurt fort=
gingen schrieb K. Martin nach Wiesbaden an das Finanzamt
um einen Schein daß unsere Steuern alle bezahlt seien, diesen brauchen
wir um auf der Devisenstelle Schritte zu tun zur Freigabe unseres
Geldes. Eine Woche darauf verlangten sie ein polizeiliche Anmeldung
u. da diese von Steeden kam schrieben sie eine Karte nach Frank=
furt sie hätten alles nach Limburg überwiesen. Gestern war nun
Vater in Limburg dort wurde ihm Bescheid gegeben es sei weiter
nach Weilburg gegangen da Steeden dorthin zähle, Jetzt sind wir
schon 3 Wochen hier u. gerade so gescheid [sic] wie auch drüben. Vater
war einmal in Wiesbaden um einmal von jemand zu hören
was die Häuser wert seien, da Frau Glaser schon nach Frank=
furt geschrieben hatte, wir könnten das Haus wieder zurück
bekommen. Der einzige der ihm Bescheid gab war Albert Fink.
Dieser sagte die Häuser seien durch Hauszinssteuer noch schwer
belastet, daß ein Haus was 5000 Mrk. Miete einbringe nur
40 M Tausend Mark wert sei. Unser Haus sei sehr verwahr=
lost hat Vater festgestellt. Vater wird dann diese Woche sicher
nach Frankfurt gehen u. dann auch einmal Frau Glaser auf=
suchen, u. einmal hören was sie will. Albert sagte die
Glasers brauchten uns die Hypothek nicht zurück zubezahlen.
Wenn wir näheres hören schreibe ich es Euch. In Nordenstadt
