Caroline and Wilhelm Emmel to Karl Emmel, January 19, 1927, p. 6 - image of
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kann, so muß ich doch hinfahren. Hast ja Ernst geschrieben
wie sie uns schrieben, haben sich recht darüber gefreut.
Heinrich Reithmann, soll wie wir hören a in einer Lungen=
heilanstalt. Er hatte schon einen Blutsturz gehabt. Was
ist er ein armer Kerl. Er arbeitet ja ganz fleißig, doch
bis er Miete u. Leder bezahlt hat, scheint zum Leben doch
nicht genug zu sein, den [sic] Essen u. Trinken muß der Mensch
sonst ist er bald fertig. Geschäftlich ist es noch sehr schlecht.
Es sollen hier 160 Schreinergesellen arbeitslos sein. Von
Nordenstadt haben wir seit Neujahr noch niemand gesehen.
Sie lassen sich gar nicht sehen, weil sie kein Geld auftreiben
können um das [?]ziel zu bezahlen. So hat hier keiner
Geld, wie das ist könnt Ihr Euch garnicht so denken. Du schriebst
Du hättest nicht gewußt was Du Willy hättest schenken sollen.
Hat er denn eine oder zwei gute Decken für sein Auto?
Bei der großen Kälte ist dieses doch eine Notwendigkeit.
Vielleicht denkst Du bei Gelegenheit einmal daran. Hier
war es bis jetzt gar nicht kalt, heute vielleicht 1 - 2 Grad.
Der kleine [Bitzinger?] kam am Sonntag auch nach Hause. Er
war 3/4 Jahr fort, ist ein ganz flotter Mensch geworden.
Sonst ist im Haus noch alles beim Alten, was werden sie
staunen, wenn sie hören es ist verkauft. Gesundheitlich geht
es noch gut bei uns, was ich auch von Euch hoffe. Laß auch
Willy den Brief lesen u. seit [sic] alle beide recht herzlich gegrüßt
von uns allen besonders von Eurer Euch liebenden Mutter.
