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Transcribe Page - Marie Taylor to Lina Hansen, December 29, 1875

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page 2 [left hand]:

An die Tante Auguste geht mit dieser Post auch ein Brief ab. Die Kleider sind so gut ge= färbt wie neu. Ida hast Du mit Deinem hübschen Geschenk sehr überrascht u. erfreut. Es kam ihr ganz unerwartet u. sendet sie Dir den besten Dank. Deinen lieben Brief vom 6. Dez. erhielt ich schon beizeiten vorige Woche. Ich wusste es wohl, daß Du Dir meinetwegen Sorgen machen würdest; meine Gesundheit ist aber jetzt wieder viel besser. Könnte ich mehr in der Luft leben, d. h. wäre es Sommer anstatt Winter, so würde ich mich freilich bald kräftiger fühlen. So aber muß ich zufrieden sein u. mich möglichst vor Überanstrengung in acht nehmen. Es ist eben wie Credé mir sagte - sobald ich meine Kräfte nicht genau berechne u. etwas darüber thue, so muß ich dafür leiden. Recht froh war ich darüber, daß es Dir wieder etwas besser geht u. Du Dich an die regelmäßige Beweg= ung im Freien gewöhnst. Da Deine Gemüths= stimmung so viel Einfluß auf Deinen Körper hat u. Du durch Elisabeths Schulbesuch so viel allein bist, wäre es gewiß recht gut für Dich, wenn Du Deinen Geist recht beschäftigtest. Es giebt jedenfalls in Hamburg Leihbibliotheken aus denen Du Dir ansprechende Bücher verschaffen könntest u. wenn es Dir auch anfangs schwer würde Deine Gedanken ganz u. gar auf einen fremden Gegenstand zu concentriren, so würdest Du Dich doch allmälich daran ge= wöhnen u. so von Dir selbst abgezogen werden. Ich habe in der letzten Zeit ein sehr ansprechendes u. interessantes Buch in Händen gehabt. Es ist "Alterthum u. Gegenwart " betitelt u. enthält eine Reihe akademischer Festreden von Ernst Curzius, dem Geschichtsforscher u. Archäologen. Eine dieser Reden war benannt "Die Deutschen in Rom" u. da fand ich denn auch eine Erwähnung des Onkels, die ich Dir hier mittheile. "Emil Braun" heißt es, "wird

page 3 [right hand]:

den meisten Deutschen, welche in den 40er u. 50er Jahren in Rom verweilten, unvergeß= lich sein, ein Mann der edelsten Begabung von Herz u. Geist, von Winkelmann'schem Enthusiasmus, der sich in seiner Behandlung des Alterthums in gewisser Weise den Italienern anschloß indem er wie diese der hergebrachten Überlieferung ungern widersprach wenn ihre Richtung nicht voll= ständig widerlegt war."

Ich habe am Feste viel der vergangenen Zeiten gedacht u. bin in Gedanken Dir häufig zur Seite gewesen. Das Klagen u. Leidtragen um Verlorenes aber hilft zu nichts; Segen liegt allein im nützlichen Schaffen in der Gegenwart. Das scheinst auch Du zu erfahren - u. wie sollte es anders sein! - in Dei= nem aufopfernden Wirken für die beiden lieben Kinder u. deren Vater. Möchte es Dir mehr u. mehr ein Segen werden!

Bayard ist gegenwärtig bei uns u. bleibt bis nach seinem Geburtstag. Arbeit genug hat er aber auch daheim u. kommt er vom Schreibtisch nicht viel weg, wenn nicht Besuche ihn unterbrechen, was freilich häufig vorkommt. Den Weihnachtstag (25.) verlebten wir sehr still bis abends, wo Mr. u. Mrs. [roman:] Stoddard [/roman] u. Lorie bei uns aßen u. uns einen großen Truthahn, den [roman:] Annie [/roman] uns zu Weihnachten geschickt hatte, verzehren halfen. Den darauf folgenden Tag Sonntag, hatten wir dann eine ununterbrochene Reihe von Besuchen von 12 Uhr mittags bis 10 Uhr abends - alles nahe Bekannte, die wir gerne sahen. So unruhig aber geht es nur ab u. zu zu - gewöhnlich Sonntags. - Von [roman:] Cedarcroft [/roman] haben


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