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Transcribe Page - Marie Taylor to Lina Hansen, October 26, 1875

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Ppage 1 [right hand]:

New - York, 142. East 18th St. Okt. 26. 1875

Meine liebste Mutter!

Vielen Dank für Deinen lieben Brief vom 4. d. Mts. Du hast inzwischen gehört, daß wir den Umzug glücklich überstanden u. das Wetter dabei uns in hohem Grade begün= stigt hat. Bayard hat nun auch seine Bibliothek zur Hälfte ausgepackt u. aufgestellt u. ge= fällt sich ausnehmend gut in der von früher her gewohnten Umgebung. Ich habe mich auch seitdem unter meinen Sachen orientirt u. ist auch noch nicht alles in Ordnung, so weiß ich doch jetzt wenigstens wo ich Das oder Jenes zu suchen habe. Auch meine Mäd= chen habe ich nun in den neuen Räumen eingeschult, eine jede weiß was sie zu thun hat u. wie sie es machen soll u. so geht alles so gut von Statten, wie sich erwarten lässt. Ida hat sich jetzt recht ordentlich in die neuen Verhältnisse gefunden u. nimmt mir viel ab. Anfangs - ich meine besonders vor einem Jahr - kam ihr manches doch recht schwer an; sie hatte so viele Jahre alles auf dieselbe Weise gethan u. konnte nicht begreifen wie man es auch anders u. dabei ebenso gut machen konnte. Ein jedes Land hat ja aber seine eignen Sitten und Gewohnheiten u. wer herüber kommt muß eben vieles sich anbequemen, was man früher nicht gekannt hat. Ida scheint dies nun überwunden zu haben u. dadurch habe ich natürlich eine große Stütze an ihr. Wir freuen uns fast täglich an der bequemen Lage unserer Wohnung. Ich fühle eigentlich jetzt erst, daß ich in New - York bin, dort hinaus war es nicht wie Stadt u. nicht wie Land, es wollte mich gar nicht recht anheimeln. Und was für Zeit musste

page 4 [left hand]:

daß Du wieder erkältet gewesen warst - u. gerade als die gute Tante Dich besuchte. Was Du mir von ihr schreibst, - daß sie so gealtert ist - thut mir recht leid, zum verwundern ist es aber freilich nicht nach allem was sie durchlebt hat. Das eine aber macht mich besorgt um sie, daß sie, wie Du sagst, so viel stärker geworden ist - ich hoffe, es ist nicht Krankheitssymptom bei ihr? Den Tod der armen Alix hatte ich bereits durch Frl. Starckloff erfahren. Es thut mir recht leid, daß es so kommen musste u. daß es als Glück zu be= trachten ist, daß sie zur Ruhe eingegangen. Es ist doch recht traurig, daß sie so in Trübsal geendet hat.

Wir haben in der letzten Zeit das herrlichste Wetter gehabt; manchen Tag war es wie Sommer, gestern z. B. wo wir noch am späten Nachmittag über 20° Wärme hatten. Ich gehe täglich eine tüchtige Strecke zu Fuß um so viel wie möglich an der Luft zu sein. Ich habe auch immer genug zu besorgen um nicht zwecklos umherzuwandern. Morgen kommt nun die Näherin um unsere Garderobe für den Winter in Stand zu setzen; viel neues haben wir aber nicht, es wird meistens um= geändert u. aus Altem Neues gemacht. Die Hüte putzt sich Lilian selber auf. Eine große Näh= Maschine habe ich mir aus eignen Mitteln angekauft - habe ich doch 200 Dollars durch die Übersetzung verdiente. Mein Geburtstags= geschenk von Dir, habe ich noch nicht veraus= gabt; ich werde mir wahrscheinlich Sammt u. Besatz zu einem Jackett dafür kaufen.

Lilian sendet Dir viele herzliche Grüße; Bay= ard hat sie mir auch an Dich aufgetragen. Auch von Ida viele Empfehlungen. Grüße Hans u. die Kinder vielmals von Deiner Dich innig liebenden Tochter Marie.


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